Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat im vergangenen Jahr 393 tödliche Badeunfälle in deutschen Gewässern registriert und damit 18 weniger als im Jahr 2024. Mehr als die Hälfte der Unglücke ereignete sich in der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August, besonders viele im Juni und August. Die DLRG warnt vor zunehmenden Risiken bei jüngeren Altersgruppen und fordert mehr Prävention sowie besseren Schwimmunterricht, vor allem an Schulen.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat im vergangenen Jahr 393 Menschen verzeichnet, die bei Badeunfällen in deutschen Gewässern ums Leben kamen. Das waren 18 Todesfälle weniger als im Jahr 2024, wie die DLRG am Dienstag mitteilte. Die meisten dieser Unfälle ereigneten sich im Juni, als 69 Menschen starben. Besonders tragisch war ein Wochenende im Juni, an dem 15 Personen beim Baden und Schwimmen ums Leben kamen.
Unfallzahlen in der Badesaison und nach Altersgruppen
Über die Hälfte der tödlichen Unfälle passierte während der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August. Im Juli, einem niederschlagsreichen Monat, ging die Zahl der Unglücke zurück, dennoch verloren 52 Menschen ihr Leben im Wasser. Im August ertranken 65 Personen.
Die meisten Opfer waren älter als 60 Jahre, jedoch stieg die Zahl der Todesfälle unter den 11- bis 30-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr an. „Das ist besorgniserregend und setzt sich hoffentlich in diesem Jahr so nicht fort“, sagte Ute Vogt, DLRG-Präsidentin, laut DLRG-Mitteilung. Sie fügte hinzu: „Nur eine Person unter den 73 Opfern in diesen Altersklassen war weiblich. Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle.“ Unter allen Todesopfern bekannten Geschlechts waren auch 2025 vier von fünf männlich (82 Prozent).
Weniger tödliche Unfälle bei Kindern
Die Zahl der tödlich verunglückten Kinder bis zehn Jahre lag mit 13 deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre, der bei 29 Fällen liegt. Zuletzt erfasste die DLRG im Jahr 2012 weniger Todesfälle in dieser Altersgruppe (12). Hinzu kommen jedes Jahr Ertrinkungsunfälle, die nicht tödlich enden, aber schwere lebenslange Folgen für die Opfer haben. Die DLRG weist zudem darauf hin, dass ihre Statistik keine Unglücksfälle in den eigenen vier Wänden erfasst, etwa in der heimischen Badewanne.
Forderung nach mehr Schwimmausbildung
Die DLRG sieht den Schlüssel zur Reduzierung der Unfallzahlen in verstärkter Präventionsarbeit und fordert einen Ausbau der Schwimmausbildung, insbesondere in Schulen. Vogt sagte laut DLRG, dass viele Kinder die Grundschule verlassen, ohne sicher schwimmen zu können, was ein unnötiges Lebensrisiko darstelle. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich nach DLRG-Angaben in Seen und Flüssen, während die Zahl der Opfer in den Meeren zurückging.
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