Deutschland unterliegt im Halbfinale mit 64:86, Bronze-Spiel folgt
Die deutschen Basketballerinnen haben ihren Traum vom ersten WM-Finale begraben müssen. Im Halbfinale der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin unterlagen sie Frankreich mit 64:86, wie der Frankfurter Rundschau und die Sportschau übereinstimmend berichten. Trotz einer starken ersten Halbzeit, in der das Team von Bundestrainer Olaf Lange nur mit sieben Punkten Rückstand in die Pause ging, zog Frankreich nach dem Seitenwechsel deutlich davon. Besonders Gabby Williams mit 22 Punkten setzte die deutsche Abwehr unter Druck. Auf deutscher Seite glänzten Marie Gülich und Nyara Sabally mit je 12 Punkten, doch die Aufholjagd im Schlussviertel blieb erfolglos.
Frankreichs 9:0-Lauf entscheidet das Spiel
Die Frankfurter Rundschau betont, dass die DBB-Frauen vor allem in der ersten Hälfte gut mithalten konnten und sogar kurzzeitig mit 23:22 in Führung gingen. Doch nach der Pause setzte Frankreich einen 9:0-Lauf und baute die Führung auf 54:38 aus. Die Sportschau zitiert Kapitänin Gülich, die die Niederlage als „Learning-Experience“ bezeichnete und betonte, dass es nun darum gehe, wie das Team mit der Enttäuschung umgehe. Lina Sontag ergänzte im Interview, der Druck der Französinnen habe die deutsche Mannschaft in eine Spirale gezogen, aus der sie nicht mehr herausfand.
Historischer WM-Halbfinaleinzug der DBB-Frauen
Trotz der klaren Niederlage bleibt das Turnier für die deutsche Mannschaft historisch. Erstmals überhaupt erreichten die DBB-Frauen ein WM-Halbfinale und haben weiterhin die Chance auf die erste WM-Medaille. Im Spiel um Platz drei trifft das Team am Sonntag auf Spanien, gegen das sie in der Vorrunde bereits verloren hatten. Die Sportschau berichtet, dass die Spielerinnen trotz der Niederlage motiviert sind, im Bronze-Spiel alles zu geben.
Kritik an überfülltem WM-Spielplan
Kritik am engen Spielplan äußerte unterdessen Leonie Fiebich in der ZEIT. Sie bezeichnete es als „verrückt“, dass die Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft dreimal an zwei aufeinanderfolgenden Abenden spielen musste. Bundestrainer Lange pflichtete bei und warnte, das dichte Programm gefährde die Qualität des Turniers und erhöhe das Verletzungsrisiko. Die WM der Frauen sei damit deutlich enger getaktet als die der Männer.