Der Dax ist am Montag kaum verändert in die neue Handelswoche gestartet und hat sich am Morgen nur leicht unter dem Schlussstand vom Freitag bewegt. Gleichzeitig sorgten ein deutlicher Ölpreisanstieg und neue Spannungen im Nahen Osten für eine eingetrübte Stimmung an den Börsen. Marktbeobachter verweisen zudem auf Unsicherheit über die künftige Entwicklung großer Technologiekonzerne und die anstehende Berichtssaison.
Zum Handelsbeginn gegen 9:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex Dax mit rund 24.825 Punkten berechnet, 0,02 Prozent unter dem Schlussniveau vom Freitag. An der Spitze der Kursliste standen RWE, Siemens Energy und Fresenius, am unteren Ende rangierten MTU, Vonovia und Continental.
Verunsicherung durch Nahost-Konflikt
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, verwies auf die geopolitische Lage und die Entwicklung am Ölmarkt: „Ein erneuter Ölpreisanstieg und neue Sorgen um eine Eskalation in Nahost belasten die Börsenstimmung zu Wochenbeginn“, sagte Stanzl der Consorsbank zufolge. „Die Anleger haben auf eine Art Reaktionsmodus umgeschaltet: Aktien werden nicht präventiv verkauft, aber die Bereitschaft zur Abgabe von Stücken ist gesetzt, wenn die Quartalszahlen oder Nachrichten aus Nahost nicht passen.“ Zugleich schätzte er ein, gleichwohl bleibe die Bereitschaft zum Aufbau neuer spekulativer Positionen begrenzt.
Technologiesektor im Fokus der Anleger
In Bezug auf den Technologiesektor sieht Stanzl zusätzliche Unsicherheiten. „Die Eskalation in Nahost verunsichert die Marktteilnehmer, die bereits mit der Frage zu kämpfen haben, ob die Milliardeninvestitionen der großen Techkonzerne überhaupt die Renditen erwirtschaften werden, die in den Kursen eingepreist worden sind“, so Stanzl laut Consorsbank. Die anstehende Berichtssaison werde nach seiner Einschätzung zu einem Gradmesser dafür werden, ob die Kurse bereits zu stark gefallen seien oder nicht, um die fundamentalen Entwicklungen im Sektor zu reflektieren.
Euro etwas fester, Ölpreis deutlich im Plus
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Montagmorgen etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1439 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8742 Euro zu haben.
Parallel dazu legte der Ölpreis deutlich zu. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 90,91 US-Dollar; das waren 3,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
