AfD-Chef Tino Chrupalla hat Verteidigungsminister Boris Pistorius als „Kriegsminister“ bezeichnet und ihm eine Mitverantwortung für eine Eskalation im Verhältnis zu Russland gegeben. In einem Interview mit den Sendern RTL und ntv warf er Bundesregierung und Bundeswehr vor, Russland zu drohen und den Krieg in der Ukraine nicht zu beenden. Chrupalla warnte vor einer weiteren Verstrickung Deutschlands in den Konflikt und kritisierte entsprechende Äußerungen aus Regierung und Streitkräften.
Chrupalla greift Pistorius scharf an
AfD-Vorsitzender Tino Chrupalla sagte den Sendern RTL und ntv, er sehe im Konflikt mit Russland eine Eskalation „auch von Pistorius“. Der SPD-Politiker spreche davon, dass Deutschland kriegstüchtig werden müsse.
„Kriegstüchtig heißt, man möchte in einen Krieg ziehen und man möchte weiter miteskalieren“, so Chrupalla wörtlich gegenüber RTL und ntv. Auch auf Nachfrage blieb er bei dieser Bezeichnung. Er habe große Sorge, dass Deutschland in den Konflikt mit Russland weiter hineingezogen werde.
Chrupalla sieht nach eigener Darstellung keine Bemühung dieser Bundesregierung, „diesen Krieg in der Ukraine endlich zu beenden, an dem man sich mittlerweile nicht nur mit Geld beteilige“.
Vorwurf der Drohgebärden gegenüber Russland
Chrupalla warf Bundesregierung und Bundeswehr vor, Russland zu drohen. „Weitere Drohgebärden in beide Richtungen bringen Europa immer weiter in Schieflage“, sagte er den Sendern RTL und ntv.
Kritik an Äußerungen von Kanzler Merz und Bundeswehr
Nach den Worten von Chrupalla spreche Kanzler Merz von „Fight Tonight“ und aus der Bundeswehr kämen Signale, wonach man Russland besiegen könne und wolle. Solche Äußerungen würden seiner Ansicht nach nicht zur Beruhigung in Europa beitragen. Stattdessen solle sich Kanzler Merz mit dem russischen Präsidenten Putin an einen Tisch setzen.
