Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) drängt angesichts des Niedrigwassers auf wichtigen Wasserstraßen auf eine rasche und einheitliche Aufhebung des Lkw-Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen. Bisher haben acht Bundesländer die Regelung vorübergehend gelockert.
Forderungen an Politik und Logistik
VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup betont im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Focus: „Alle Bundesländer sollten das Sonntagsfahrverbot aufheben“. Ein „Flickenteppich hilft niemandem“, so seine Einschätzung.
Das Niedrigwasser am Rhein und anderen Wasserstraßen belastet die Logistik und Lieferketten „massiv unter Druck“, erklärt Große Entrup. „Was zunächst wie ein Transportproblem aussieht, kann schnell zu einem Produktionsproblem werden.“ Das Risiko von Produktionseinschränkungen sei inzwischen „groß“. Besonders betroffen sind Basis-Chemikalien wie Methanol und Benzol sowie Flüssiggase wie Butan, Propan und Ammoniak, die mit Binnenschiffen transportiert werden.
Neben der bundesweiten Lockerung des Sonntagsfahrverbots nennt Große Entrup weitere notwendige Schritte: Not-Umladestellen müssten freigegeben, das zulässige Gesamtgewicht für Lkw vorübergehend von 40 auf 44 Tonnen angehoben werden. Zudem solle der Güterverkehr auf der Schiene kurzfristig Vorrang vor dem Personenverkehr erhalten und die Betriebszeiten von Schleusen ausgeweitet werden. An wichtigen Kanälen müssten die Leitstellen „kurzfristig 24/7“ besetzt sein.