Neues Technologiezentrum in Cochstedt soll Drohnenbedrohung bekämpfen
Die Bundesregierung hat in Sachsen-Anhalt ein neues Forschungszentrum zur Abwehr von Drohnen eröffnet. Innenminister Alexander Dobrindt betonte bei der Inbetriebnahme des Technologiezentrums Drohnensicherheit in Cochstedt, man wolle der wachsenden Bedrohung durch Drohnen aktiv begegnen. „Wir setzen etwas dagegen“, sagte der CSU-Politiker, wie die tagesschau und Reuters berichten. Hintergrund sind unter anderem der versuchte Drohnenanschlag auf den Frachtflughafen Leipzig/Halle vor zwei Wochen, bei dem ukrainische Frachtmaschinen im Visier standen. Dobrindt warnte vor hybriden Angriffen, die darauf abzielten, Deutschland politisch und gesellschaftlich zu destabilisieren. „Das ist der Schattenkrieg des 21. Jahrhunderts“, so der Minister. Wer Deutschland angreife, treffe ganz Europa.
Neues Zentrum für Drohnenabwehr entsteht
Das Zentrum ist ein gemeinsames Projekt des Innen- und Forschungsministeriums und wird am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt sowie in Braunschweig angesiedelt. Dort sollen Technologien zur Erkennung und Abwehr von Drohnen entwickelt und unter realen Bedingungen getestet werden. Bis zu zehn Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau fließen, zudem entstehen bis zu 40 neue Arbeitsplätze.
Drohnenabwehr mit internationaler Zusammenarbeit
Laut Reuters arbeitet Deutschland bei der Drohnenabwehr mit internationalen Partnern wie Israel und der Ukraine zusammen. Dobrindt betonte jedoch, dass die Abwehr von Drohnen in einem Kriegsszenario anders sei als an Flughäfen oder bei Veranstaltungen. Die Bundesregierung setzt auf eine Drei-Säulen-Strategie: Neben dem neuen Forschungszentrum umfasst diese eine mobile Drohnenabwehreinheit bei der Bundespolizei sowie ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern.
Forschung beschleunigt Wettrüsten mit Drohnen
Die tagesschau berichtet, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens in Cochstedt bereits an zivilen Drohnenanwendungen geforscht wird, etwa für die Landwirtschaft oder Brandbekämpfung. Das neue Zentrum erweitert diesen Fokus nun auf die Abwehr von Drohnen. Dobrindt verwies auf die schnelle Entwicklung in diesem Bereich: Internationale Partner hätten den Innovationszyklus auf acht bis zwölf Wochen beziffert. Es handele sich um ein „Wettrüsten zwischen Drohnenabwehr und Drohnenabwehr-Überwindungstechnik“.
Deutschland sieht wachsende Drohnenbedrohung
Der Minister unterstrich, dass Deutschland täglich Ziel von Drohnenangriffen sei. Die Bedrohung durch Drohnen nehme zu, da diese leistungsfähiger und schwerer abzuwehren seien. Das neue Zentrum soll dazu beitragen, die Abwehrfähigkeiten zu stärken und die Sicherheit im Land zu erhöhen.