Radew: „Unser Platz ist nicht dort“ – Keine weitere Militärhilfe
Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew hat sich deutlich gegen eine Beteiligung seines Landes an der sogenannten Koalition der Willigen für die Ukraine ausgesprochen. „Bulgariens Platz ist nicht dort“, sagte Radew am Dienstag vor Journalisten, wie der bulgarische Staatssender BNT berichtet. Er betonte, sein Land werde sich keiner Initiative anschließen, die auf eine Fortsetzung der finanziellen und militärischen Unterstützung für die Ukraine dränge. Stattdessen plädierte er für eine „starke diplomatische Mission“, um die Eskalation des Konflikts zu beenden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Radew persönlich zur Teilnahme eingeladen, doch dieser blieb dem Treffen der Koalition der Willigen am Montag in Paris fern.
Neue Schutztruppe soll Ukraine sichern
Dort berieten Vertreter von über 35 Staaten über weitere Militärhilfe und langfristige Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Das von Frankreich und Großbritannien geführte Bündnis plant eine internationale Schutztruppe, die nach einem möglichen Waffenstillstand in der Ukraine eingesetzt werden könnte, um Russland von einem erneuten Angriff abzuhalten. Wie Reuters meldet, sollen in den kommenden Monaten erste Manöver in Nachbarstaaten der Ukraine stattfinden. Russland kritisierte die Pläne scharf und bezeichnete das Bündnis als „Koalition der Kriegstreiber“, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte.
Bulgarien bleibt Nato und EU treu
Radew betonte indes, Bulgarien ziehe sich nicht aus europäischen oder transatlantischen Sicherheitsstrukturen zurück. Entscheidungen zur kollektiven Sicherheit würden „in einem anderen Format und an einem anderen Ort“ getroffen, sagte er. Bulgarien bleibe weiterhin an Beratungen der EU und der Nato beteiligt. Die Haltung Radews markiert einen deutlichen Kurswechsel.
Bulgarien stoppt Waffenlieferungen an Ukraine
Bereits im Juni hatte Verteidigungsminister Dimitar Stojanow angekündigt, keine weiteren Waffen aus staatlichen Beständen an die Ukraine zu liefern. Kommerzielle Rüstungsgeschäfte seien davon jedoch nicht betroffen. In den vergangenen Jahren hatte Bulgarien der Ukraine unter anderem Panzerabwehrraketen, gepanzerte Fahrzeuge und Haubitzen geliefert. Im März 2025 unterzeichneten Sofia und Kiew zudem ein zehnjähriges Sicherheitsabkommen, das eine Zusammenarbeit in der Rüstungsproduktion und beim Geheimdienstaustausch vorsieht.
