Feuer in Berlin-Mitte: Polizei ermittelt zu technischem Defekt oder Straftat
In der Nacht zu Montag ist es in einem Umspannwerk im Berliner Bezirk Mitte zu einem Brand gekommen. Gegen 2.40 Uhr wurden Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr in die Bissingzeile alarmiert, wie die Polizei Berlin auf X mitteilte. Dort brannten eine Baustelle und ein Teil des Umspannwerks, die durch das Feuer beschädigt wurden. Die Stromversorgung der Hauptstadt blieb laut Betreiber Stromnetz Berlin unbeeinträchtigt. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr war mit 54 Kräften vor Ort und konnte das Feuer nach fünfeinhalb Stunden löschen, wie der Tagesspiegel berichtet. Ein ausgebranntes Fahrzeug und Müll im Außenbereich seien ebenfalls betroffen gewesen. Die Löschanlage im Transformatorenbereich habe automatisch ausgelöst, so die Feuerwehr. Die Leitungen im Stromtunnel seien nicht beschädigt worden.
Brand in Berlin: Kurzschluss als wahrscheinlichste Ursache
Die Kriminalpolizei ermittelt gemeinsam mit dem Betreiber 50Hertz zur Brandursache. Nach Angaben der Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses deute aktuell einiges auf einen technischen Defekt hin, der einen Kurzschluss und eine Explosion ausgelöst habe, wie t-online.de schreibt. Auch der Tagesspiegel zitiert Slowik mit der Aussage, ein Kurzschluss sei nach jetzigem Stand am wahrscheinlichsten. Sprengstoffsätze seien bisher nicht gefunden worden. Der Betreiber 50Hertz sprach von einem „erheblichen Schaden“ und bestätigte eine Explosion in der Nacht.
Berlin: 90 Ampeln fallen nach Stromumleitung aus
Am Morgen fielen in Berlin rund 90 Ampeln aus, wie die Deutsche Presse-Agentur meldet. Die Senatsverkehrsverwaltung bestätigte, dass zwischen 2 und 3 Uhr Strom umgeleitet werden musste. Ob ein Zusammenhang mit dem Brand besteht, ist noch unklar. Bis zum Mittag sollten die Ampelanlagen nach und nach wieder in Betrieb gehen. Die Einfahrt Invalidenstraße am Tiergartentunnel war zeitweise gesperrt, die Ausfahrt blieb vorerst geschlossen.
Stromangriffe bundesweit: Motiv fossile Brennstoffe
In den vergangenen Wochen hatte es bundesweit mehrere Angriffe auf Strominfrastrukturen gegeben. Zuletzt bekannte sich ein 48-jähriger Mann aus Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen in einem Bekennerschreiben zu den Taten und nannte den Kampf gegen fossile Brennstoffe als Motiv, wie die Welt berichtet. Ob der Brand in Berlin damit in Verbindung steht, ist offen. Die Polizei fahndet derzeit nach dem Mann.