Der ehemalige US-Sicherheitsberater John Bolton hat die Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Im Deutschlandfunk bezeichnete er dessen Handeln als unstrukturiert und warnte vor den Folgen eines kindlichen Verständnisses internationaler Beziehungen.
Kritik an transaktionalem Vorgehen
"Nichts diszipliniert Trump. Er hat keine politische Philosophie, keine übergeordnete Strategie für die nationale Sicherheit und denkt nicht einmal in klassischen politischen Kategorien", So Bolton im Deutschlandfunk. Er handele "transaktional, punktuell und ad hoc". Dies gelte bereits für die erste Amtszeit Trumps, in der zweiten sei es noch schlimmer geworden.
Vorwürfe gegen die Nationale Sicherheitsstrategie
Bolton übt auch Kritik an der Nationalen Sicherheitsstrategie der US-Regierung. Diese sei seiner Ansicht nach von "Isolationisten" verfasst worden. "Deren Argument: Wir haben uns weltweit übernommen. Wir haben keine echten Interessen in Europa oder im Nahen Osten. In Asien vielleicht ein paar – manche sehen nicht einmal die."
Das Papier enthalte "vielen Schlussfolgerungen, viel Ideologie, wenig zur Umsetzung", so Bolton. "Ich halte das Papier für weitgehend substanzlos". Das sei auch gut so, denn so richte es weniger Schaden an.
Trumps Verständnis internationaler Politik
Trump sehe die internationale Politik "grundsätzlich verkehrt", erklärte Bolton. "Er glaubt, wenn er persönlich mit einem ausländischen Staatschef befreundet ist, dann seien auch die Beziehungen zwischen den Staaten in Ordnung. Das stimmt natürlich nicht."
Der frühere Sicherheitsberater attestierte dem Präsidenten ein "geradezu kindliches Verständnis internationaler Politik", was "sehr gefährlich" sei.