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AktuellOsnabrückVerkehr

Bis zu 43.000 Osnabrückerinnen und Osnabrücker betroffen: Petition soll Busumleitung über die Johannisfreiheit stoppen

von Laura Hilgert 18. Februar 2026
von Laura Hilgert 18. Februar 2026
Die Gruppe Zukunft Kernstadt Osnabrück, v. l. : Marius Meinert, Prof. Dr. Jürgen Deiters, Ruth Hammerbacher, Bruno Switala, Elke Schulte. / Foto: Laura Hilgert
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📍Ort des Geschehens: Osnabrück (Gesamtstadt)

Mit historischen, verkehrstechnischen, finanziellen und auch gesellschaftlichen Gründen geht die Initiative Zukunft Kernstadt Osnabrück vor, um Menschen auf das Thema der Busumleitungen aufgrund der Umgestaltung des Neumarktes aufmerksam zu machen. Ruth Hammerbacher, ehemals Ratsmitglied und Landestagsabgeordnete, macht deutlich, dass es viele Menschen gibt, die gar nicht wissen, dass auch sie von den Änderungen betroffen sind.

Eine Busumleitung von 1.000 Metern über die Johannisfreiheit

Im Oktober 2024 wurde der Beschluss mit einer Mehrheit durch SPD und CDU im Rathaus getroffen. Um eine Strecke von 70 Metern am Neumarkt zu umfahren, gibt es eine Umleitung von 1.000 Metern, die über die verkehrsberuhigte Johannisfreiheit geht. „Die Johannisfreiheit wird kein Ruhepol mehr sein“, sagt Marius Meinert, der aus einer alteingesessenen Bürgerfamilie der Neustadt stammt. „Ich bin entsetzt.“

Neumarkt soll Busknoten bleiben

Die Lösung, die Zukunft Kernstadt Osnabrück vorschlägt: Den Neumarkt als Busknoten beibehalten und stärken. Prof. Dr. Jürgen Deiters, Verkehrswissenschaftler, erzählt, dass der sternförmige Busverkehr mit einem Busknoten alle Stadtbereiche mit nur einem Umstieg erreichbar macht, die Anbindung zu Orten außerhalb fördert und damals revolutionär war. „So ginge das einzigartige Erbe der Osnabrücker Neustadt verloren.“ Zusätzlich würden Anschlussmöglichkeiten durch lange Wege zu Haltestellen schlechter und die Fahrtzeiten für bis zu 43.000 Fahrgäste länger werden . Der Neumarkt soll daher ohne Sperrung umgestaltet werden.

Was an der Umleitung kritisiert wird

Diese Entscheidung bringt neben den Nachteilen für Nutzer des Busverkehrs viele weitere Konsequenzen mit. Elke Schulte, Geschäftsführerin von Schuhhaus Bröcker und Schuhhaus Sunderkiek, führt die wirtschaftlichen Auswirkungen auf, denn durch die erschwerte Parksituation in Osnabrück wird so schon weniger in der Johannisstraße verkauft. Das werde sich verschlechtern, sobald auch der Busverkehr dort wegfällt und es unattraktiver werde, zu Fuß oder mit Fahrrad zu kommen.

„Osnabrück zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht einzuordnen ist“, Bruno Switala, ehemaliger städtischer Denkmalpfleger, argumentiert mit historischen Argumenten. Dass die Südstadt mit Rathaus und Johanniskirche eigenständig war, auch wenn die Nordstadt reicher und mächtiger war, macht Osnabrück zu einer Einzelsituation. Währenddessen sei der Neumarkt gerade aus Verkehrsgründen entstanden und soll nun aber statt der historischen Johannisfreiheit geschützt werden. „Meines Erachtens ist das eine Verneinung der Einzigartigkeit dieser Stadt“, so Switala.

Hammerbacher betont auch, dass der Fußverkehr, der gestärkt werden soll, so eher eingeschränkt sei, da einige Bereiche dadurch schwieriger zu erreichen seien. Außerdem gebe es ungeklärte finanzielle Fragen, da die offizielle Summe von 27 Millionen Euro nicht die Kosten der Umfahrung einbeziehe, und die Stärkung des Klimas sieht die Gruppe so nicht gegeben, unter anderem da die Johannisfreiheit zur Betonfläche werden solle.

Letzte Chance

Zu den unterschiedlichen Argumenten sagt Hammerbacher: „Sie sehen, es sind ganz unterschiedliche Menschen zusammengekommen hier.“ Wegen der vielen Faktoren, die unter dieser Umleitung leiden, haben sich Bürgerinnen und Bürger verschiedener Bereiche zusammengeschlossen, um die Osnabrücker Menschen zu informieren und die Busumleitung zu verhindern, denn bereits für den Sommer 2026 ist die Umsetzung des Beschlusses geplant.

Petition soll Umleitung stoppen

„Es ist jetzt die letzte Gelegenheit“, betont Hammerbacher. Nach mehreren fehlgeschlagen Versuchen seit Februar 2025, die Oberbürgermeisterin Katharina Pötter und den Stadtrat auf das Thema aufmerksam zu machen, will die Gruppe jetzt einen letzten Versuch starten und sammelt in einer Petition bis zur Kommunalwahl am 13. September Unterschriften. Bereits mehr als 920 Menschen haben unterzeichnet, die meisten aus der Region Osnabrück. Einige von ihnen sind Ärztinnen, Ärzte und Mitarbeitende der Krankenhäuser an der Johannisfreiheit.

Die Petition ist online zu finden und hat sieben Standpunkte in der Bierstraße, der Johannisstraße, der Hasestraße und der Wesereschstraße, an denen eine Unterschrift in Person abgegeben werden kann.

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Laura Hilgert

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