Am 20. September wird das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt – Umfragen zeigen ein enges Rennen.
Am 20. September sind rund 2,4 Millionen Berlinerinnen und Berliner aufgerufen, ein neues Abgeordnetenhaus zu wählen. Erstmals dürfen auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Die Wahl entscheidet über die künftige Regierung des Stadtstaates, der mit rund 3,9 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Bundesländern zählt. Wie n-tv berichtet, zeichnet sich ein knappes Rennen zwischen CDU und Linkspartei ab, während die SPD in den Umfragen deutlich an Unterstützung verliert. Die AfD und die Grünen liegen ebenfalls nah beieinander, was die Mehrheitsverhältnisse unberechenbar macht.
CDU setzt auf Evers gegen Wegners Erbe
Die CDU geht mit Stefan Evers als Spitzenkandidat ins Rennen, nachdem der bisherige Regierende Bürgermeister Kai Wegner im Juli auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Wegner hatte seit der Wiederholungswahl 2023 eine schwarz-rote Koalition geführt. Die Linke wird von Elif Eralp angeführt, die im Wahlkampf für eine offene Migrationspolitik und mehr Einbürgerungen wirbt, um den Zugang zum Wahlrecht zu erleichtern, wie apollo-news.net berichtet. Eralp betonte im TV-Duell mit Evers, dass Menschen mit Migrationsgeschichte keine „Bringschuld“ hätten und der Staat stattdessen die Voraussetzungen für Integration schaffen müsse. Evers hingegen setzte sich für eine Begrenzung illegaler Migration ein und betonte die Notwendigkeit, Recht und Gesetz durchzusetzen.
Umfragen zeigen Kopf-an-Kopf-Rennen in Berlin
Die Umfragen der letzten Wochen zeigen ein wechselhaftes Bild: In der Forsa-Befragung von Ende August lagen CDU und AfD gleichauf auf Platz 2, während die Linke in der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen zwei Wochen vor der Wahl einen Vorsprung von zwei Prozentpunkten vor der CDU erreichte. Das ZDF-Politbarometer Extra sieht CDU und Linke ebenfalls eng beieinander, gefolgt von AfD und Grünen. Die SPD, die bei der Wiederholungswahl 2023 noch 18,4 Prozent erreichte, verliert in den aktuellen Umfragen deutlich an Zustimmung. Eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition erscheint daher unwahrscheinlich.
Wahlbeteiligung sinkt – Jugendwahl könnte Trend brechen
Die Wahlbeteiligung könnte ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Bei der beanstandeten Abgeordnetenhauswahl 2021 hatte sie noch 75,4 Prozent betragen, bei der Wiederholungswahl 2023 dann nur noch 62,9 Prozent. Ob die erstmalige Wahlberechtigung für 16- und 17-Jährige die Beteiligung erhöht, bleibt abzuwarten. Die Wahl findet zeitgleich mit der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt.
Wohnungsmarkt spaltet Parteien im Wahlkampf
Inhaltlich dominieren Themen wie Wohnen und Mieten den Wahlkampf. Die CDU setzt auf Neubau, schnellere Genehmigungsverfahren und Eigentumsförderung, während die Linke einen Mietenstopp und sozialere Wohnungspolitik fordert. Die Grünen werben für Klimaschutz und eine sozial gerechte Stadt, die SPD für Bezahlbarkeit und Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Die AfD positioniert sich mit Forderungen nach strengerer Migrationspolitik und mehr Sicherheit.