Schauspieler André Dietz hat seine Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wegen möglicher Einsparungen bei Menschen mit Behinderung und in der Pflege bekräftigt. Anlass sind Äußerungen von Merz zu Kürzungen bei staatlichen Hilfen, die bei Betroffenen große Sorgen auslösen. Dietz war mit einem Video zu dem Thema in sozialen Netzwerken auf große Resonanz gestoßen und sieht durch mögliche Einschnitte die Existenz vieler Familien gefährdet.
„Der Kanzler scheint keine Ahnung zu haben“
Schauspieler André Dietz erneuert seine Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wegen möglicher Einsparungen bei Menschen mit Behinderung und in der Pflege. Nachdem ein Video von Dietz dazu in sozialen Netzwerken auf große Verbreitung gestoßen war, sagte er der „Rheinischen Post“: „Der Kanzler scheint keine Ahnung davon zu haben, wie unser Alltag aussieht. Der Alltag von Millionen pflegender und betreuender Menschen.“
Der Vater einer Tochter mit Behinderung betonte gegenüber der „Rheinischen Post“, er und seine Frau seien da noch vergleichsweise gut aufgestellt, ihnen gehe es finanziell nicht schlecht, sie könnten zeitlich flexibel arbeiten. Aber Menschen mit regulären Jobs oder Alleinerziehende seien schlicht auf Unterstützung bei der Betreuung angewiesen. Er teile die Sorge von vielen Tausend Menschen, dass Kürzungen bei der Inklusion zu echten Problemen bis hin zur Existenzgefährdung führen könnten, so Dietz.
Bezug auf Merz-Auftritt in Salzwedel
Dietz bezog sich laut „Rheinischer Post“ auf Äußerungen von Merz Ende April bei einer Veranstaltung in Salzwedel in Sachsen-Anhalt, wo der Kanzler Kürzungen bei den staatlichen Hilfen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung in Aussicht gestellt hatte.
Mit Blick auf die geplanten Reformen der schwarz-roten Bundesregierung sagte Dietz der „Rheinischen Post“, er verstehe, dass etwas getan werden müsse, damit die Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung für die Menschen nicht immer weiter steigen. Das Problem sehe er auch. Zugleich sagte er: „Dass die Kosten sich alle paar Jahre verdoppeln, hat aber viele Gründe und ist nicht allein durch den Leistungskatalog zu erklären. Ich möchte eindringlich davor warnen, an den falschen Stellen zu kürzen.“ Wer die Betreuung beschneide, treibe Arbeitnehmer aus Jobs zurück nach Hause für die Pflege eines Angehörigen. Merz wolle doch aber, dass wir mehr arbeiten, so der Schauspieler.
Millionenfache Reichweite in sozialen Netzwerken
Sein Video haben nach Angaben von Dietz, berichtet die „Rheinische Post“, bislang rund sieben Millionen Menschen gesehen.
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