Zeremonien erinnern an fast 3.000 Tote und Spätfolgen der Anschläge
Vor 25 Jahren erschütterten die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Welt. Am Jahrestag erinnern die USA mit zahlreichen Zeremonien an die fast 3.000 Opfer, die bei den Anschlägen auf das World Trade Center, das Pentagon und in Pennsylvania ums Leben kamen. In New York verlesen Angehörige am Ground Zero die Namen der Getöteten, während Schweigeminuten an die Einschläge der Flugzeuge und den Einsturz der Türme erinnern. Erstmals ist eine siebte Schweigeminute für Menschen vorgesehen, die später an den Folgen der Anschläge starben, wie der Deutschlandfunk berichtet. Zehntausende Helfer, Einsatzkräfte und Anwohner atmeten damals giftigen Staub ein und erkrankten später an Krebs oder anderen schweren Leiden. Nach Angaben der US-Regierung hat die Zahl dieser Spätopfer die der unmittelbar Getöteten inzwischen übertroffen. Das staatliche World Trade Center Health Program betreut bereits über 150.000 Betroffene mit möglichen Folgen der Belastung.
Spätfolgen des 11. September quälen Überlebende
Der Arzt Gordon Huie, der den Einsturz des Südturms überlebte, schildert im Gespräch mit der tagesschau die anhaltenden Folgen. Er leidet unter metastasierendem Lungenkrebs, einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Lungenfibrose – alles Spätfolgen des eingeatmeten Staubs. Huie, der seine Schwester bei den Anschlägen verlor, betont, dass viele Überlebende bis heute unter den physischen und psychischen Folgen leiden. „Ich werde jeden Tag an den Anschlag erinnert“, sagt er. Gleichzeitig warnt er davor, dass die Erinnerung an die Opfer mit der Zeit verblasst.
Politische Kontroversen um 9/11-Gedenken in den USA
Politisch bleibt der Jahrestag nicht unumstritten. Während US-Vizepräsident J.D. Vance in New York erwartet wird, nimmt der ehemalige Präsident Donald Trump an einer Gedenkveranstaltung im Pentagon teil. Wie der Spiegel berichtet, verzichtet Trump auf eine Teilnahme am Ground Zero, angeblich weil er dort keine Rede halten darf. In New York gibt es zudem Kritik an Bürgermeister Zohran Mamdani, dem vorgeworfen wird, sich nicht deutlich genug von extremistischen Äußerungen distanziert zu haben. Andere sehen darin eine antimuslimische Kampagne gegen den ersten muslimischen Bürgermeister der Stadt.
9/11 markierte globale Sicherheitswende
Die Anschläge vom 11. September 2001, verübt von der islamistischen Terrororganisation Al-Kaida, markierten eine Zäsur in der globalen Sicherheitslage. 19 Terroristen entführten vier Passagierflugzeuge, von denen zwei in die Türme des World Trade Centers, eines in das Pentagon und ein weiteres in ein Feld in Pennsylvania gesteuert wurden. Die Attacken forderten 2.977 Menschenleben und verletzten über 6.000 weitere, wie der Bundestag in einer historischen Zusammenfassung dokumentiert.
Deutschland stand 2001 fest an der Seite der USA
In Deutschland zeigte sich damals eine breite Solidarität mit den USA. Bundeskanzler Gerhard Schröder sicherte in einer Regierungserklärung am 12. September 2001 die „uneingeschränkte Solidarität Deutschlands“ zu und betonte, die Anschläge seien ein Angriff auf die Werte der demokratischen Welt. Die Fraktionen im Bundestag unterbrachen ihre Beratungen und gedachten gemeinsam der Opfer.