Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stoßen in Toledo zusammen – viele Verletzte
In Zentralspanien hat sich am Mittwochmorgen ein schweres Zugunglück ereignet. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stießen zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz in der Provinz Toledo zusammen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Dabei kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, wie die Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha, Esther Padilla, im spanischen Fernsehen bestätigte. Andere Quellen wie der Sender Sky News oder die Zeitung „El País“ nennen jedoch deutlich höhere Opferzahlen von bis zu 50 Toten, wobei eine offizielle Gesamtbilanz noch aussteht. An Bord der beiden Züge befanden sich fast 550 Passagiere, darunter 147 im Iryo-Zug und 397 im Renfe-Zug.
Zug stürzt Bahndamm hinab – Rettungskräfte im Einsatz
Zwei Waggons eines Zuges stürzten nach dem Zusammenstoß einen Bahndamm hinunter, wie der Fernsehsender RTVE meldet. Rettungskräfte aus mehreren umliegenden Gemeinden sowie drei Hubschrauber und mobile Intensivstationen wurden zum Unglücksort entsandt. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen, wie der spanische Bahnnetzbetreiber Adif mitteilte. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar.
Menschliches Versagen löste Zugkollision aus
Laut „El País“ deuten erste Analysen auf menschliches Versagen hin: Ein Mitarbeiter der Leitstelle soll dem auffahrenden Zug das Signal zur Weiterfahrt gegeben haben, obwohl der Iryo-Zug auf den Gleisen stand. Zuvor war das automatische Hauptsignalsystem ausgefallen, woraufhin auf manuellen Betrieb umgeschaltet worden sei. Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Ein Überlebender im zweiten Waggon des AVE-Zugs nach Sevilla schildert gegenüber „El País“, er habe eine heftige Beschleunigung gespürt und sei gegen den Sitz vor sich geprellt.
Passagiere aus Sitzen geschleudert – Politiker zeigen
Viele Passagiere seien aus ihren Sitzen geschleudert worden. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt und sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. Auch die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, äußerte sich erschüttert. Das Unglück weckt Erinnerungen an die schwere Zugkatastrophe von Adamuz im Januar, bei der 46 Menschen starben und über 150 verletzt wurden.