Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten nahe Toledo – Ursache unklar
Bei einem schweren Zugunglück in Zentralspanien sind am Mittwochmorgen mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Wie eine Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha gegenüber dem Sender RTVE erklärte, ereignete sich der Zusammenstoß zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz in der Provinz Toledo. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge stießen dort zusammen, wobei zwei Waggons eines Zuges einen Bahndamm hinabstürzten. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen, wie der spanische Bahnnetzbetreiber Adif mitteilte.
Zahl der Zugpassagiere steigt auf 544
Die Opferzahl könnte noch steigen, da die Rettungskräfte weiterhin am Unfallort im Einsatz sind. Nach Angaben der Regionalregierung saßen insgesamt 544 Passagiere in den beiden Zügen: 397 im Renfe-Zug und 147 Menschen sowie ein Baby im Iryo-Schnellzug. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich auf der Plattform X „zutiefst betroffen“ und sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Menschliches Versagen als Unglücksursache vermutet
Die Ursache des Unglücks ist noch nicht abschließend geklärt. Während einige Medien wie die „Bild“ von mindestens 40 Toten berichten, geht die Regionalregierung zunächst von mindestens 30 Opfern aus. Laut der spanischen Tageszeitung „El País“ wird derzeit von menschlichem Versagen eines Mitarbeiters der Leitstelle ausgegangen. Demnach soll das automatische Hauptsignalsystem ausgefallen sein, woraufhin auf manuellen Betrieb umgeschaltet wurde. Ein Mitarbeiter habe dem auffahrenden Zug versehentlich die Freigabe zur Weiterfahrt erteilt, obwohl der Iryo-Zug noch auf dem Gleis stand.
Tragödie erinnert an Zugunglück in Andalusien
Der Unfall weckt Erinnerungen an ein ähnliches Unglück im Januar dieses Jahres bei Adamuz in Andalusien, bei dem 46 Menschen starben und über 150 verletzt wurden. Damals entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stieß mit einem entgegenkommenden Renfe-Zug zusammen. Die spanische Regierung hat ihre Termine für den Tag abgesagt, um sich auf die Bewältigung der Krise zu konzentrieren.
Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz
Rettungskräfte, darunter Guardia Civil, Feuerwehr und Rotes Kreuz, sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Mobile Intensivstationen und ein Logistikfahrzeug des andalusischen Gesundheitsdienstes wurden zur Versorgung der Verletzten entsandt. Der Bürgermeister von Urda richtete eine Notunterkunft für die Betroffenen ein.