35 Jahre nach Becker: Hamburger übernimmt ATP-Spitze
Alexander Zverev hat als zweiter deutscher Tennisspieler nach Boris Becker die Spitze der Weltrangliste erreicht. Der 29-jährige Hamburger sicherte sich durch seinen Zweisatzsieg (6:4, 7:5) gegen den Niederländer Tallon Griekspoor beim Turnier in Wien den Aufstieg auf Platz eins, wie die Sportschau und n-tv berichten. Offiziell wird die neue Ranglistenführung am kommenden Montag mit der aktualisierten ATP-Liste bestätigt. "Es ist unfassbar, ein besonderes Gefühl. Hier auf dem Platz zu stehen und zu wissen, dass ich am Montag Nummer eins der Welt bin", sagte Zverev nach dem Spiel, wie mehrere Medien zitieren.
Zverev wird erster deutscher ATP-Spitzenreiter
Schon vor Wochen stand fest, dass Zverev das Tennisjahr als Weltranglistenerster beenden würde, da der bisherige Spitzenreiter Jannik Sinner wegen einer Verletzung Punkte nicht verteidigen konnte. Dennoch ist der Aufstieg ein historischer Moment: 35 Jahre nach Becker ist Zverev der erste Deutsche, der die ATP-Rangliste anführt. Laut n-tv ist er zudem der 30. Spieler seit Einführung des Rankings 1973, der diese Position erreicht.
Rückschläge und Comeback zum Grand-Slam-Champion
Zverevs Weg zur Spitze war von Rückschlägen geprägt. 2022 verletzte er sich schwer am Fuß im French-Open-Halbfinale gegen Rafael Nadal, als er kurz vor dem Sprung an die Spitze stand. Auch mentale Probleme und verlorene Grand-Slam-Finals (2020 US Open gegen Dominic Thiem) warfen ihn zurück. Doch in diesem Jahr gelang dem Hamburger der Durchbruch: Er gewann die French Open und die US Open – seine ersten beiden Grand-Slam-Titel.
Erfolge trotz Kritik an Verletzungsglück
Kritiker weisen darauf hin, dass Zverev seine Erfolge auch den Verletzungen von Sinner und Carlos Alcaraz verdankt, gegen die er 2026 kein einziges Match gewann. Doch selbst Alcaraz bezeichnete Zverevs Aufstieg als "verdient" und betonte die Bedeutung von Konstanz über das gesamte Jahr, wie n-tv berichtet.
Souveräner Sieg in Wien mit Matchball-Drama
In Wien zeigte Zverev gegen Griekspoor eine souveräne Leistung. Nach einem frühen Break im ersten Satz dominierte er mit präzisen Aufschlägen und starker Rückhand. Im zweiten Satz sicherte er sich beim Stand von 5:5 das entscheidende Break, bevor eine defekte Werbebande den Matchball kurz verzögerte. Mit einem Ass beendete er die Partie nach 1:35 Stunden.
Zverev ist damit nicht nur der erste Deutsche seit Becker auf Platz eins, sondern auch einer der wenigen Spieler, die diese Position ohne Unterbrechung über mehrere Wochen halten könnten. Sein nächstes Ziel ist der Davis Cup mit dem deutschen Team im November.