Der Dax hat zum Wochenstart Verluste verzeichnet und ist unter die Marke von 25.000 Punkten gefallen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Leitindex mit 24.991 Punkten berechnet, was einem Minus von 1,1 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag entspricht. Belastet wurde die Stimmung an den Märkten vor allem durch neue Unsicherheiten in der internationalen Handelspolitik sowie anhaltende Konjunktursorgen.
Dax scheitert an 25.000-Punkte-Marke
Für zusätzliche Verunsicherung sorgten aktuelle Entwicklungen im Zollstreit der USA. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Market, sagte laut CMC Market: „Als gäbe es nach dem Zolltheater der vergangenen Monate nicht schon genug Durcheinander im weltweiten Handel, ist durch das Urteil des Obersten Gerichts in den USA, Trumps vermeintliche Niederlage und seinen erneuten Rundumschlag das Chaos jetzt perfekt.“ Die Marktteilnehmer wüssten derzeit nicht, „welche Zölle wie lange jetzt noch gelten oder ob man gar auf Rückzahlungen hoffen kann – allein die jetzt wieder herrschende Unsicherheit sorgt zunächst einmal für Nervosität und Verkäufe am Aktienmarkt“.
Lipkow erklärte weiter laut CMC Market: „Zwar hat sich auch an der Frankfurter Börse die noch zu Handelsbeginn herrschende Hektik im Handelsverlauf etwas gelegt. Vor einem potenziellen Anlaufen des Allzeithochs muss der Dax aber nun erst einmal wieder den Kampf um die 25.000 Punkte gewinnen.“
Konjunktursorgen und Handelskonflikte belasten
Auch von der Konjunkturseite kamen nach Einschätzung von Lipkow gemischte Signale. „Der Ifo-Index hat gezeigt, dass die deutsche Wirtschaft bislang nicht so richtig an Dynamik gewinnen kann, sich aber zumindest die Aussichten etwas aufhellen“, sagte der Marktanalyst laut CMC Market. „Das konjunkturelle Pflänzchen in Deutschland ist noch jung und zart. Ein potenzieller massiver Ölpreisanstieg in Folge einer militärischen Eskalation im Nahen Osten zwischen den USA und dem Iran oder neue Zollkonflikte dürften daher starke negative Einflüsse auf diese leicht positive Entwicklung haben.“
Mit Blick auf das Verhältnis zwischen den USA und der Europäischen Union betonte Lipkow laut CMC Market die fehlende Planungssicherheit: „Jetzt gibt es auch keine Klarheit mehr, wie es mit dem Handelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union weitergeht. Erst in den kommenden Wochen wird sich deshalb zeigen, wie stark die konjunkturelle Erholung durch weitere protektionistische Maßnahmen beeinträchtigt wird.“
Zur Zurückhaltung der Anleger trug nach Lipkow zudem bei, dass die laufende Woche noch mehrere potenzielle Marktimpulse bereithält. „Zurückhaltung herrschte heute aber auch deshalb auf dem Börsenparkett, weil die Handelswoche noch einige Impulse bereithält“, sagte er laut CMC Market. „So stehen neben den Quartalszahlen von Nvidia und Salesforce auch einige Dax-Titel auf der Bilanz-Agenda. Zusätzlich müssen Investoren mit weiteren Ausführungen des US-Präsidenten zum Zollthema rechnen, die wohl eher auf eine Wiederherstellung der Ausgangssituation abzielen dürften. Auch wenn sich die inflationären Einflussfaktoren in Grenzen halten dürften, belasten die handelspolitischen Auseinandersetzungen in jedem Fall das operative Geschäft vieler Unternehmen.“
Flucht in sichere Häfen und Kursrutsch bei Novo Nordisk
Auf Firmenebene rückten am Montag die Aktien von Novo Nordisk in den Fokus. „Auf Unternehmensseite gerieten heute einmal die Aktien von Novo Nordisk unter die Räder“, sagte Lipkow laut CMC Market. „Das dänische Unternehmen kann mit der Wirksamkeit eines Kombipräparats nicht überzeugen und enttäuscht damit einmal mehr die Erwartung der Investoren. Der Abwärtstrend in der Aktie gewinnt damit wieder an Tempo, das Minus heute 15 Prozent. Investoren greifen stattdessen wieder verstärkt bei den Edelmetallen und Rohöl zu. Die Flucht in die sicheren Häfen setzt sich fort und drückt auch die Notierung von Bitcoin unter die Marke von 65.000 US-Dollar.“
Am Devisenmarkt zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung am Montagnachmittag etwas fester. Ein Euro kostete 1,1799 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8475 Euro zu haben.
Der Goldpreis verzeichnete deutliche Zuwächse. Am Nachmittag wurden für eine Feinunze 5.211 US-Dollar gezahlt, was einem Plus von 2 Prozent entspricht. Das entspricht einem Preis von 142,00 Euro pro Gramm.
Auch der Ölpreis legte zu. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 72,31 US-Dollar, das waren 55 Cent oder 0,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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