Die Gewerkschaft Verdi hat für kommenden Freitag und Samstag (27./28. Februar) zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. In zahlreichen Städten in Deutschland müssen sich Fahrgäste deshalb wieder einmal auf massive Einschränkungen bei Bussen und Stadtbahnen einstellen. In Osnabrück hingegen wird der Nahverkehr wie gewohnt fahren.
Friedenspflicht verhindert Streiks
Grund für die Sonderrolle ist die derzeit geltende Friedenspflicht im Tarifkonflikt des kommunalen Nahverkehrs in Niedersachsen. Diese läuft noch bis zum 31. März. Während dieser Zeit sind Arbeitskampfmaßnahmen tarifrechtlich ausgeschlossen. Erst danach könnten Beschäftigte rechtmäßig zu Streiks aufgerufen werden.
Damit unterscheidet sich die Situation deutlich von vielen anderen Bundesländern, in denen die Tarifverträge bereits ausgelaufen sind und Warnstreiks als Druckmittel in den laufenden Verhandlungen eingesetzt werden können.
Druck in laufenden Tarifverhandlungen
Mit den angekündigten Arbeitsniederlegungen will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne sowie Maßnahmen gegen den zunehmenden Personalmangel im Nahverkehr. Viele Verkehrsbetriebe kämpfen seit Jahren mit steigenden Krankenständen und Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung.
Nach Angaben der Gewerkschaft sei der ÖPNV ein zentraler Baustein der Verkehrswende, dessen Attraktivität auch von guten Arbeitsbedingungen abhänge. Arbeitgebervertreter warnen hingegen vor erheblichen finanziellen Belastungen für kommunale Betriebe.
Streiks in Niedersachsen frühestens ab April
Für Fahrgäste in der Region Osnabrück bedeutet die aktuelle Lage zunächst Planungssicherheit. Busse werden Ende Februar regulär verkehren. Sollte es in den Tarifverhandlungen jedoch keine Einigung geben, könnten auch in der Friedensstadt ab April Warnstreiks folgen.
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