Die Welthungerhilfe warnt vor weiteren Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe durch die Bundesregierung. Angesichts steigender Rüstungsausgaben sieht die Organisation einen deutlichen Widerspruch zu internationalen Zielen im Kampf gegen den Hunger und verweist auf die sicherheitspolitische Bedeutung von Nothilfe und Entwicklungspolitik.
Welthungerhilfe kritisiert Sparkurs der Bundesregierung
Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, bezeichnete es als „mehr als problematisch“, dass die Bundesregierung ausgerechnet die Budgets für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe kürze. Dieser Sparkurs stehe „bei gleichzeitig steigenden Rüstungsausgaben in einem klaren Widerspruch zu dem international vereinbarten Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden“, sagte Mogge der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe seien „keine Randthemen der Außen- und Sicherheitspolitik, sondern zentrale Investitionen in globale Stabilität und Sicherheit – und müssen entsprechend finanziell priorisiert werden“, so der Generalsekretär laut „Neuer Osnabrücker Zeitung“.
Laut der Welthungerhilfe gehören Kriege und Konflikte zu den wichtigsten Hungertreibern weltweit. Allein 2024 lösten sie demnach 20 Ernährungskrisen aus, von denen fast 140 Millionen Menschen betroffen waren. „Durch die aktuellen Kriege im Nahen und Mittleren Osten ist zu befürchten, dass sich diese Zahlen in Zukunft vervielfachen“, warnte Mogge nach Angaben der Welthungerhilfe.
Kriege als Hungertreiber
Nach Darstellung der Welthungerhilfe sind bewaffnete Konflikte ein maßgeblicher Faktor für die Entstehung und Verschärfung von Hungerkrisen. Die von der Organisation genannten 20 Ernährungskrisen im Jahr 2024, die fast 140 Millionen Menschen betrafen, werden direkt mit Kriegen und Konflikten in Verbindung gebracht. In diesem Zusammenhang verweist Mogge insbesondere auf die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten und befürchtet eine Vervielfachung der betroffenen Menschen.
Waffenhandel auf höchstem Stand seit den 1980er-Jahren
Parallel dazu ist das Volumen der zwischen Staaten gehandelten schweren Kriegswaffen im Fünfjahreszyklus 2021 bis 2025 deutlich gestiegen. Es nahm gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 bis 2020 um 9,2 Prozent zu und ist damit so hoch wie seit den 1980er-Jahren nicht mehr, wie aus Daten hervorgeht, die das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (Sipri) nun veröffentlicht hat.
Dabei haben die europäischen Staaten ihre Einfuhren von Panzern, Artillerie, Kampfflugzeugen, Raketen etc. den Sipri-Daten zufolge mehr als verdreifacht. Demnach überholte Deutschland China knapp und wurde mit einem Anteil von 5,7 Prozent zum viertgrößten Waffenexporteur, wie aus den vom Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (Sipri) veröffentlichten Zahlen hervorgeht.
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