Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die vorläufige Aussetzung der Planungen für den fünften Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gegen Kritik verteidigt. Die Bundesregierung betont, dass es sich um ein Moratorium handelt und das Vorhaben weiterhin in das laufende Haushaltsaufstellungsverfahren eingebracht werden kann.
Moratorium statt Streichung des Neubaus
Eine abschließende Prüfung der kostendefinierenden Planungsunterlagen für einen fünften Erweiterungsbau in Leipzig durch die zuständige Bauverwaltung des Bundes stehe noch aus, teilte die Bundesregierung am Mittwoch mit. Die langfristige Finanzierung sei zudem derzeit noch nicht gesichert. Das daraus resultierende Moratorium bedeute aber nicht, dass das Vorhaben gestrichen sei. Es könne in das laufende Haushaltsaufstellungsverfahren eingebracht werden, sodass hierüber parlamentarisch beraten werden könne.
Wolfram Weimer
Anpassung an die „digitale Zeit“
Weimer verwies zugleich auf die Bedeutung der Digitalisierung für die künftige Arbeit der Einrichtung. „Gleichwohl wollen wir für die Umsetzung ihres umfassenden Sammelauftrags künftig auch die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker einsetzen.“ Deshalb gelte es, diesen gesetzlichen Sammelauftrag an die veränderten Gegebenheiten der digitalen Zeit anzupassen – nicht zuletzt auch mit Blick auf die enger werdenden finanziellen Spielräume der kommenden Jahre. „Dabei werden wir gemeinsam auch in Zukunft den Erhalt eingehender physischer Medienwerke sicherstellen.“
Erweiterungsbau mit Kosten von über 100 Millionen Euro
Der geplante fünfte Erweiterungsbau in Leipzig mit zu erwartenden Gesamtkosten von mehr als 100 Millionen Euro soll physische Neuzugänge sowie ältere Bestände aufnehmen, die derzeit nicht unter ausreichenden klimatischen Bedingungen gelagert werden können. Das Bauvorhaben soll im Zeitraum von 2027 bis 2032 realisiert werden. Die Nachricht, dass der Neubau vorerst nicht kommen soll, hatte zuletzt für scharfe Kritik aus der Kulturszene sowie aus Sachsen gesorgt.
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