„Trauerspiel“ und „peinlich“ – mit diesen Worten beschreiben Anlieger des Josefsplatzes in Wallenhorst-Hollage (Landkreis Osnabrück) den diesjährigen Weihnachtsbaum auf dem zentralen Platz zwischen der Kirche und dem Edeka-Markt.
Dabei hat die Gemeinde Wallenhorst, zu der Hollage gehört, in diesem Jahr ihr Versprechen gehalten: Der Baum steht nicht nur, er leuchtet auch – zumindest im oberen Drittel des Baums. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, leuchtet der “1/3 Weihnachtsbaum” aber auch immer nur bis in den frühen Abend, dazu unten mehr.
In den beiden vergangenen Jahren war der große Weihnachtsbaum, der zuvor jahrzehntelang für festliche Stimmung sorgte, komplett unbeleuchtet geblieben. Eine Verbesserung ist also festzustellen, die Anwohner sind allerdings trotzdem nicht zufrieden, sondern inzwischen eher verärgert.
Rückblick: Zwei Jahre ohne Weihnachtsbeleuchtung
Im Jahr 2022 blieb der Baum aufgrund der „unsicheren Versorgungslage“ dunkel – man wollte Strom sparen. 2023 gab es dann eine andere Erklärung: Im Zuge der Neuverkabelung der Straßenbeleuchtung in ganz Wallenhorst wurde ein Anschluss für die Weihnachtsbeleuchtung am Josefsplatz und andernorts in der Gemeinde schlichtweg vergessen. Während im Ortskern Wallenhorst schnell Abhilfe geschaffen wurde, blieb Hollage – aus Sicht des Rathauses wohl „etwas abseitig“ gelegen – weiterhin ohne Weihnachtsbeleuchtung.
Die Gemeinde versprach jedoch eine Lösung für 2024. „Im kommenden Jahr wird es eine Anpassung geben“, kündigte Gemeindesprecher André Thöle im Dezember 2023 gegenüber der HASEPOST an.
Anwohner werden aktiv – Antwort von Bürgermeister Steinkamp bleibt aus
Einer der Anlieger, Klaus-Peter Werner, wollte nicht bis Dezember warten und sich dann überraschen lassen, ob sich die Gemeinde an ihr Versprechen erinnert. Im Sommer 2024 wandte er sich in einem Brief direkt an Wallenhorsts Bürgermeister Otto Steinkamp. Doch eine Antwort blieb aus.
Erst als die Redaktion der HASEPOST im November erneut beim Pressesprecher der Gemeinde nachfragte, kam Bewegung in die Sache. Laut Gemeinde wurde die Stromversorgung am Josefsplatz angepasst, und der Marketingverein „Wir für Wallenhorst“ übernahm die Verantwortung für die Beleuchtung. Eine Antwort des Bürgermeisters auf Werners Brief blieb jedoch bis zuletzt aus.
Der 1/3 Weihnachtsbaum: Licht nur auf der Spitze der Tanne
Bereits vor Totensonntag, dem Tag, nach dem auch in Wallenhorst traditionell die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet wird, erreichte unsere Redaktion eine Nachricht aus Hollage: „Ja, es wurde eine Lichterkette angebracht, allerdings nur ganz oben auf der Spitze der Tanne.“
Der Verfasser dieses Artikels, inzwischen so etwas wie ein inoffizieller „Baumpate“ des Josefsplatzes, machte sich am Mittwochabend selbst ein Bild. Das Ergebnis? Die Beleuchtung des Baumes ist bestenfalls „ungewöhnlich“. Die Lichterkette wirkt auf dem großen Baum so verloren wie Deutschlands Außenministerin in einem Leistungskurs Englisch oder der Bundeswirtschaftsminister inmitten von Absolventen der höheren Handelsschule: fehl am Platz und mindestens eine Nummer zu klein für das erwartete Niveau.
Zeitschaltuhr sorgt für weiteres Kopfschütteln der Anwohner
Am Donnerstagvormittag kündigte der Wallenhorster Rathaussprecher auf Nachfrage unserer Redaktion an, dass der Marketingverein sich die Situation „noch einmal anschauen“ werde. Auch ein Anwohner meldete sich erneut zu Wort: Die Zeitschaltuhr der Lichterkette ist offenbar so programmiert, dass die Beleuchtung bereits gegen 21 Uhr wieder erlischt – ein weiterer Punkt, der bei den Anliegern des Josefsplatzes für Unverständnis sorgt.