Mehrere Verfassungsschutzbehörden warnen Unternehmen, die neu in die Rüstungsindustrie einsteigen wollen, vor erheblichen Sicherheitsrisiken, insbesondere durch russische Aktivitäten. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins Capital sensibilisiert das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) Firmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen verstärkt für Ausspäh- und Sabotagegefahren und verweist auf die Notwendigkeit eines eigenverantwortlichen Schutzes.
Verfassungsschutz warnt vor Spionage und Sabotage
Mehrere Verfassungsschutzbehörden richten sich derzeit gezielt an Unternehmen, die ein neues oder verstärktes Engagement in der Rüstungsindustrie planen. Das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet unter Berufung auf das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), dass dabei vor „drastischen Sicherheitsgefahren, vor allem durch Russland“ gewarnt werde.
Demnach ist das BfV im März aktiv auf mehrere Unternehmen zugegangen, die über ein verstärktes Engagement in der Sicherheitsbranche nachdenken. Laut dem Bundesamt sensibilisiere man derzeit zu Ausspäh- und Sabotageversuchen im Wirtschaftssektor sowie „anlassbezogen konkrete Unternehmen“, aber auch Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Zugleich gebe man laufend Hinweise zum eigenverantwortlichen Schutz, berichtet Capital unter Berufung auf das BfV.
Besondere Risiken für neue Akteure der Rüstungsbranche
Neu ist laut Capital der Nachdruck, mit dem in Deutschland seit einiger Zeit Spionage- und Sabotageschutz ausgebaut werden. Der Verfassungsschutz warnt inzwischen gezielt vor konkreten Gefahren bis hin zur Möglichkeit staatsterroristischer Anschläge. Ausspähaktionen seien demnach aktuell besonders wahrscheinlich, vor allem im Umfeld von Start-ups, die in die Rüstungsbranche drängen.
Von den Bedrohungen besonders betroffen sind Regionen mit starker Industriebasis. So warnt in Nordrhein-Westfalen der oberste Verfassungsschützer vor erheblichen Risiken, denen Rüstungsfirmen im hybriden Krieg durch Russland begegnen. „Wer in der Rüstungsindustrie tätig wird, muss sich darüber klar werden, dass man aktuell auch verstärkt in robustere Sabotageaktionen geraten kann“, sagte Jürgen Kayser, Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, zu Capital. Firmen in der Branche müssten ihre Standortsicherheit noch einmal erhöhen.
Mittelstand und neue Defence-Sparten im Fokus
Heikel ist die Lage laut Capital nicht nur bei Großkonzernen wie Rheinmetall, KNDS oder Hensoldt, sondern auch bei Unternehmen, die den aktuellen Rüstungsboom für sich nutzen wollen und gerade erst neue Defence-Sparten eröffnen. Ein Beispiel seien viele Autozulieferer und Maschinenbauer, die nun stärker auf Rüstung setzten.
Schwierig sei der Sabotageschutz insbesondere für viele mittelständische Betriebe, die noch kaum Erfahrung mit Werkssicherheit im militärischen Kontext haben, heißt es in Sicherheitskreisen, auf die sich Capital beruft. Einige Unternehmen verfügten demnach bislang nicht über ausreichende Mittel, etwa für die Stärkung von IT-Systemen.
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