Im Laufe der kommenden Woche wird Klarheit darüber herrschen, ob es sich im Zoo Osnabrück tatsächlich um einen Fall der hochpathogenen Vogelgrippe handelt. Bis dahin gibt es für Besucher kleinere Einschränkungen bei der Wegeführung. Auslöser war ein Todesfall bei den Nandus des Osnabrücker Zoos.
Nach Angaben des Zoos besteht keine Gefahr für Besucher, sich anzustecken.
Vogelgrippe im Zoo Osnabrück: Was ist passiert?
Im Zoo Osnabrück ist bei einem Nandu der amtliche Verdacht auf eine Infektion mit der Aviären Influenza festgestellt worden. In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden hat der Zoo umgehend Maßnahmen zur Eindämmung einer möglichen Ausbreitung des Virus eingeleitet. Weitere Tierarten sind nach aktuellem Stand nicht betroffen. Der Zoo bleibt für Besucher geöffnet; einzelne Wegeführungen wurden vorsorglich umgeleitet.
Wie kam es zum Vogelgrippe-Verdacht im Zoo Osnabrück?
Bei einer pathologischen Untersuchung eines im Zoo verstorbenen großen Laufvogels wurde das Virus der Aviären Influenza diagnostiziert. Damit wurde am Freitag (20. Februar) der amtliche Verdacht auf einen Ausbruch der Vogelgrippe festgestellt. Ob es sich tatsächlich um die hochpathogene Aviäre Influenza handelt, wird Anfang der kommenden Woche nach einer Untersuchung durch das Friedrich-Loeffler-Institut feststehen.
Eine Übertragung auf den Menschen ist selten. Für Zoo-Besucher gilt das Risiko nach Angaben des Zoos als gering, weil kein direkter Kontakt zu betroffenen Tieren besteht und zusätzliche Hygienemaßnahmen umgesetzt werden.
Was für Vögel sind die Nandus im Osnabrücker Zoo?
Ein Nandu ist ein großer, flugunfähiger Laufvogel aus Südamerika. Er ähnelt äußerlich einem kleinen Strauß, besitzt lange Beine und einen langen Hals und lebt in offenen Graslandschaften. Im Zoo Osnabrück werden Nandus im Südamerika-Areal gehalten.
Welche Maßnahmen ergreift der Zoo Osnabrück bei Vogelgrippe-Verdacht?
Seit dem vergangenen Herbst hat der Zoo Osnabrück umfassende Vorkehrungen getroffen, um den Vogelbestand bestmöglich vor einer Einschleppung der Vogelgrippe zu schützen. Bestehende Hygieneregeln wurden überprüft und weiter verschärft. Dennoch ist es zu einem Eintrag des Virus gekommen. Die übrigen Nandus, die zusammen mit dem infizierten Vogel im Südamerika-Areal des Zoos gehalten wurden, mussten aus Gründen des Seuchenschutzes am Freitag eingeschläfert werden. Gleichzeitig wurden umgehend Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet. Auf Basis dieser Maßnahmen sowie vorbehaltlich weiterer Testungen der gehaltenen Vögel wird derzeit davon ausgegangen, dass keine weitergehenden Maßnahmen für den übrigen, artenschutzrechtlich bedeutsamen Vogelbestand erforderlich sind.
Müssen Zoo-Tiere in Osnabrück wegen der Vogelgrippe getötet werden?
Die Nandus, die zusammen mit dem infizierten Vogel gehalten wurden, mussten eingeschläfert werden. Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen wurden eingeleitet. Der für den Tierseuchenschutz zuständige Landkreis Osnabrück erklärte, dass umfangreicher Hygienemaßnahmen eingeleitet wurden und vorbehaltlich weiterer Beprobungen der gehaltenen Vögel von einer Tötung des artenschutzrechtlich wertvollen Vogelbestandes zunächst abgesehen werden kann.
Wie verbreitet sich die Vogelgrippe in Deutschland?
Die Aviäre Influenza wird vor allem durch Wildvögel verbreitet, insbesondere durch Zugvögel wie Enten oder Gänse. Diese können das Virus über Kot oder direkten Kontakt weitergeben – auch an Tiere im Zoo. In Deutschland treten Ausbrüche regelmäßig während der Zugzeiten im Herbst und Winter auf. Eine Rolle spielen zudem indirekte Übertragungswege, etwa über verunreinigtes Schuhwerk, Fahrzeuge, Gerätschaften oder Futter, wenn Hygieneregeln nicht konsequent eingehalten werden.
Welches Risiko hat die Vogelgrippe für Geflügelbetriebe in Niedersachsen?
Für die landwirtschaftliche Geflügelzucht ist die Vogelgrippe vor allem deshalb problematisch, weil sie sich in Beständen sehr schnell ausbreiten kann. Werden Infektionen nachgewiesen, werden häufig ganze Bestände getötet, um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Für Betriebe können damit erhebliche wirtschaftliche Schäden und strenge Auflagen verbunden sein – von Stallpflicht über Sperrzonen bis hin zu Handels- und Transportbeschränkungen.
Was ist mit Geflügel, das außerhalb vom Zoo Osnabrück gehalten wird?
Für Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter im näheren Umkreis des Zoos bestehen nach Angaben des Landkreises Osnabrück derzeit keine einschränkenden Maßnahmen.
Bleibt der Zoo Osnabrück trotz Vogelgrippe-Verdacht geöffnet?
Der Zoo Osnabrück ist weiterhin für den Besucherverkehr geöffnet. Im engen Austausch mit den zuständigen Behörden wird die Lage fortlaufend neu bewertet. Eine unmittelbare Ansteckungsgefahr für Besucher besteht nach Angaben des Zoos nicht. Aus tierseuchenhygienischen Gründen wurden vor einigen Vogelvolieren Wegeumleitungen eingerichtet.
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