In der Diskussion um ein mögliches Social-Media-Verbot hat VZBV-Vorständin Ramona Pop vor einer einseitigen Konzentration auf starre Altersgrenzen gewarnt. Altersbeschränkungen allein reichten nach ihrer Einschätzung nicht aus, um Nutzerinnen und Nutzer wirksam zu schützen, und seien zudem leicht zu umgehen. Pop fordert stattdessen umfassendere gesetzliche Vorgaben für die Geschäftsmodelle der Plattformen und sichere Standardeinstellungen für alle.
VZBV-Vorständin warnt vor begrenzter Wirkung starrer Altersgrenzen
Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) Ramona Pop sprach sich in der Debatte um ein Social-Media-Verbot gegen alleinige Regelungen mit festen Altersvorgaben aus. „Ein Social-Media-Verbot mit starren Altersbeschränkungen ist kein Allheilmittel. Meine Sorge ist, dass bei der aktuellen Debatte am Ende nur die Altersbeschränkung übrig bleibt“, sagte Pop der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Das reicht aber bei Weitem nicht aus, und die Altersbeschränkung ist, wie man am Beispiel Australien sieht, auch sehr leicht zu umgehen“, so Pop.
Forderung nach Regulierung von Geschäftsmodellen
Pop forderte andere Maßnahmen und sieht die Anbieter in der Pflicht: „Wir plädieren dafür, dass die Plattformen endlich dazu gezwungen werden, ihre schädlichen Geschäftsmodelle anzupassen. Dabei spreche ich nicht nur über Social Media wie Instagram, Snapchat oder Tiktok. Es gibt sehr viele Plattformen, die minderjährige und erwachsene Menschen mit gezielten Mechanismen in ihren Bann ziehen“, sagte Pop der „Rheinischen Post“. „Da geht es etwa um Endlos-Scrolling und Autoplay-Videos, die einem den Absprung schwer machen. Oder manipulative Techniken gepaart mit potenziell gefährlichen Inhalten“, so die VZBV-Vorständin.
Gesundheitsrisiken und Ruf nach gesetzlichen Regeln
Pop hob insbesondere Gefahren durch bestimmte Inhalte hervor: „Als besonders riskant schätzen wir Inhalte von vermeintlichen Gesundheitsexperten ein, die Diät-Tipps geben und so insbesondere Mädchen in Essstörungen oder gar Magersucht treiben. Auch gibt es Hinweise darauf, dass KI-basierte Empfehlungen für Essens- und Diätpläne nicht immer gesundheitlich sinnvoll sind und auch eine negativ verstärkende Wirkung haben“, warnte Pop in der „Rheinischen Post“. „So etwas muss für den Verbraucherschutz gesetzgeberisch reguliert werden. Es braucht sichere Standardeinstellungen, die alle schützen“, mahnte sie.
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