Vor der ersten Lesung des neuen Altersvorsorge-Gesetzes im Bundestag an diesem Donnerstag warnen Verbraucherschützer vor einem erneuten Scheitern der privaten Altersvorsorge. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wiederholt die Reform zentrale Konstruktionsfehler der Riester-Rente und setzt zu stark auf den Vertrieb durch Finanzvermittler.
Verbraucherschützer sehen Risiken für Sparer
Verbraucherschützer Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisierte in der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) die geplante Reform scharf. "Die Geschichte wiederholt sich", sagte Nauhauser der Zeitung. "Mit dieser Reform wird die private Altersvorsorge wieder scheitern."
Die Reform von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) soll nach den Plänen der Bundesregierung eigentlich die Fehler der unbeliebten Riester-Rente beheben. Das neue Altersvorsorge-Gesetz sieht jedoch weiterhin vor, Finanzprodukte privat zu vertreiben. "Für Menschen, die sich nicht auskennen, ändert sich nichts", kritisierte Nauhauser in der "Süddeutschen Zeitung". "Die sind weiterhin Finanzvermittlern ausgeliefert. Die werden verkaufen, was am meisten Provision bringt."
Vorwurf der Nähe zur Finanzlobby
Nach Einschätzung von Nauhauser setze das Bundesfinanzministerium eine Agenda der Finanzlobby um. Wie bei der Riester-Rente werde die Gesellschaft seiner Ansicht nach in zehn Jahren feststellen, dass die private Altersvorsorge für viele Bürger weiterhin nicht funktioniere. Als Alternative forderte der Verbraucherschützer in der "Süddeutschen Zeitung" einen staatlichen Fonds nach schwedischem Vorbild.
Inhalte der Reform und Zeitplan
Das Kabinett hatte die Pläne von Klingbeil im Dezember beschlossen. Die Reform sieht neben den bisherigen Produkten mit Garantien ein neues Altersvorsorgedepot vor, das höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglicht. Die neuen Produkte sollen ab Januar 2027 verfügbar sein.
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