Vor dem Hintergrund steigender Lebensmittelpreise gewinnt die Diskussion über eine bessere Ernährungskompetenz von Kindern und Jugendlichen an Dynamik. Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Ramona Pop, fordert, Ernährungsthemen an Schulen stärker zu verankern und zugleich für mehr Transparenz bei Lebensmittelpreisen zu sorgen.
Ernährung als Bestandteil der Verbraucherbildung an Schulen
Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), sieht im Bildungsbereich erheblichen Nachholbedarf. „Es könnte in der Tat beim Verstehen dieser ganzen Materie helfen, wenn Ernährung als Teil der Verbraucherbildung in den Schulen stärker thematisiert würde“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Ähnliche Forderungen gab es zuletzt von der Bundeszentrale für Ernährung und der Lebensmittelindustrie.
Pop verweist auf bestehende Angebote der Verbraucherschützer. „Wir haben als Verbraucherzentrale mit unserer Verbraucherschule schon ein bundesweites Unterstützungsangebot“, sagte Pop dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Doch strukturell hat Verbraucherbildung bislang längst nicht Einzug in die Lehrpläne aller Bundesländer gehalten.“
Mehr Aufklärung gegen Lebensmittelverschwendung
Auch beim Thema Lebensmittelverschwendung sieht Pop dringenden Handlungsbedarf. „Kontinuierliche Information wäre gut. Beispielsweise Aufklärung darüber, dass eine Ware mit dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht sofort schlecht ist“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Nach ihrer Einschätzung könnte eine verbesserte Verbraucherbildung dazu beitragen, unnötige Entsorgung von Lebensmitteln zu vermeiden.
Forderung nach Preisbeobachtungsstelle für Lebensmittel
Neben der Bildung fordert Pop strukturelle Maßnahmen für mehr Transparenz auf den Lebensmittelmärkten. Sie bekräftigte die Forderung nach der Einrichtung einer Preisbeobachtungsstelle für Lebensmittel. „Diese Stelle schaut sich die verschiedenen Märkte an und prüft, wo überhaupt Kosten anfallen oder Preise realisiert werden“, sagte Pop dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Als Vorbild nennt Pop andere europäische Länder. Sie ergänzte: „In Frankreich funktioniert das sehr gut, dort nehmen sich die Fachleute immer wieder einen anderen Markt vor, mal geht es um Milchprodukte, dann um Gemüse oder Obst.“ Nach ihrer Darstellung fehlt es in Deutschland bislang an Klarheit über die Zusammensetzung der Preise. Transparenz bei den Lebensmittelpreisen sei hierzulande derzeit noch eine Blackbox. „Am Schluss zahlt der Verbraucher an der Kasse einen hohen Preis und fragt sich, wie der zusammengesetzt ist“, sagte die VZBV-Vorständin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
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