Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutsche Landkreistag warnen vor einem weiteren Kliniksterben und dringen auf eine Verlängerung staatlicher Finanzhilfen. Nach ihren Angaben schreiben derzeit 80 Prozent der Krankenhäuser rote Zahlen, ein Drittel der Einrichtungen gilt als insolvenzgefährdet. Besonders betroffen seien kirchliche, freigemeinnützige und kommunale Häuser. Die Verbände fordern Bundesgesundheitsministerin Warken auf, die bislang gewährten Ausgleichszahlungen fortzuführen.
Verbände sehen Kliniken in akuter Finanznot
Der DKG-Vorsitzende Gerald Gaß schilderte die Lage der Krankenhäuser gegenüber der „Rheinischen Post“ (Donnerstag) als äußerst angespannt. „Die Lage ist ernst. Aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen. Ein Drittel der Häuser in Deutschland ist von Insolvenz bedroht: 16 Prozent sind stark insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gefährdet“, sagte Gaß der „Rheinischen Post“.
Gaß forderte Bundesgesundheitsministerin Warken auf, die bestehenden Finanzhilfen zu verlängern. Hintergrund ist nach seinen Worten der geplante Wegfall der staatlichen Ausgleichszahlung im November. „Im November soll die staatliche Ausgleichszahlung wegfallen, die der Bund den Krankenhäusern zur Stabilisierung der finanziellen Lage seit November 2025 gewährt. Es geht um vier Milliarden Euro. Wir appellieren an Bundesgesundheitsministerin Warken, diese Hilfe zu verlängern“, sagte Gaß der „Rheinischen Post“.
Landkreise beklagen Überlastung durch Defizitausgleich
Auch der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel, warnte in der „Rheinischen Post“ vor den Folgen der finanziellen Schieflage vieler Kliniken. „Besonders betroffen sind Häuser mit kirchlichen und freigemeinnützigen Trägern. Auch den kommunalen Krankenhäusern geht es richtig schlecht, weil wir als Träger einen Defizitausgleich in der momentan erforderlichen Höhe schlicht nicht mehr leisten können“, sagte Brötel der Zeitung.
Nach seinen Angaben hätten die Landkreise allein in den Jahren 2023 bis 2025 rund 25 Milliarden Euro aufgebracht, um die Verluste ihrer Kliniken auszugleichen. Brötel fordert deshalb, die Krankenhausreform zu überarbeiten und insbesondere die Finanzierung der Vorhaltekapazitäten anzupassen. Vorsorge-Pauschalen sollten nach seiner Ansicht nicht länger fallabhängig gezahlt werden. „Wir brauchen eine fallzahlunabhängige Vorhaltevergütung. Alles andere führt nur zu einem unkontrollierten Kliniksterben gerade im ländlichen Raum“, mahnte der Präsident in der „Rheinischen Post“.
Forderung nach Verlängerung der Ausgleichszahlungen
DKG und Landkreistag sehen in der auslaufenden staatlichen Ausgleichszahlung einen entscheidenden Faktor für die wirtschaftliche Stabilität der Krankenhäuser. Die vom Bund seit November 2025 gewährte Unterstützung in Höhe von vier Milliarden Euro diene nach Darstellung von Gaß der Stabilisierung der finanziellen Lage der Kliniken. Mit Blick auf die aus ihren Sicht drohenden Insolvenzen verstärkten die Verbände in der „Rheinischen Post“ ihren Appell an Bundesgesundheitsministerin Warken, die Hilfen über November hinaus zu sichern.
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