Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund haben die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) angekündigten Einschränkungen bei Integrationskursen kritisiert. Gleichzeitig begrüßen beide Verbände die Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Asylbewerbern bereits nach drei Monaten eine Beschäftigung zu ermöglichen, fordern dafür jedoch ausreichende Sprachförderung.
Verbände warnen vor Folgen eingeschränkter Integrationskurse
DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov betonte gegenüber dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe) die Bedeutung früher Sprachförderung für die Integration in den Arbeitsmarkt. „Sprachkompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für nachhaltige Beschäftigung“, erklärte Melnikov dem „Handelsblatt“. Verzögerte Sprachförderung führe erfahrungsgemäß zu längeren Zeiten im Leistungsbezug und erschwere die Integration in Arbeit. „Daher sollte der frühzeitige Zugang zu Sprachangeboten für diese Gruppe sichergestellt bleiben“, sagte sie dem „Handelsblatt“.
Ähnlich äußerte sich Städtebundchef André Berghegger. „Die ohne Zweifel richtigen Ideen des Innenministers werden durch die kürzlich ebenfalls verhängten Zulassungsbeschränkungen für Integrationskurse konterkariert“, sagte er. „Wer Integration durch Arbeit fördern will, muss den Spracherwerb parallel aktiv stützen“, forderte Berghegger.
Grundsätzliche Zustimmung zu früherem Arbeitsmarktzugang
Grundsätzlich begrüßten DIHK und Deutscher Städte- und Gemeindebund die Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Asylbewerbern bereits nach drei Monaten eine Beschäftigung zu ermöglichen. „Wenn Geflüchtete schneller in Arbeit kommen, profitieren alle davon: Betriebe können schneller auf dringend benötigte Arbeitskräfte zugreifen“, sagte Melnikov dem „Handelsblatt“. Der frühe Arbeitsmarktzugang müsse dabei „unbürokratisch und bundesweit einheitlich umgesetzt werden – ohne zusätzliche Hürden“, so Melnikov weiter laut „Handelsblatt“.
Arbeit als Signal für Teilhabe und Integration
Berghegger nannte Dobrindts Vorstoß „ein wichtiges Signal“. Arbeit fördere Teilhabe und Integration und steigere die Chancen, gesellschaftliche Kosten zu reduzieren. Zugleich betonte er, die Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme könne „selbstverständlich“ nicht für Personen gelten, die kein Bleiberecht hätten.
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