Die AfD verliert in einer aktuellen Umfrage des Instituts Yougov deutlich an Zustimmung, bleibt jedoch mit 27 Prozent klar stärkste politische Kraft in Deutschland. Zugleich zeigt die Erhebung eine verbreitete Unzufriedenheit mit der politischen Entwicklung im Land und überwiegend kritische Haltungen zum Reformpaket der Bundesregierung.
AfD verliert, bleibt aber vorne
In der aktuellen Umfrage des Instituts Yougov, die am Dienstag veröffentlicht wird, kommt die AfD auf 27 Prozent und verliert damit 2 Prozentpunkte im Vergleich zum Juni. CDU/CSU liegen unverändert bei 20 Prozent, womit sich der Abstand zur AfD auf 7 Prozentpunkte verringert. Die Grünen erreichen wie im Vormonat 14 Prozent und liegen damit auf Platz drei. SPD und Die Linke kommen jeweils auf 12 Prozent, auch hier gab es keine Veränderungen zum Vormonat. Die FDP verharrt bei 5 Prozent, das BSW kommt unverändert auf 4 Prozent. Weitere 6 Prozent der Wähler würden für eine andere Partei („Sonstige“) stimmen.
Mehrheit sieht Entwicklung in falscher Richtung
Drei von vier Bundesbürgern (74 Prozent) denken laut Yougov, dass sich Deutschland generell in die falsche Richtung entwickelt. Besonders groß ist diese Skepsis bei den Wählern der AfD mit 93 Prozent sowie bei den Wählern der Linken mit 84 Prozent. Aber auch unter Wählern der Grünen (69 Prozent), der SPD (63 Prozent) und der Union (58 Prozent) ist jeweils eine Mehrheit dieser Meinung.
Etwas mehr als jeder Zweite (55 Prozent) in Deutschland findet, dass das Land tiefgreifende Reformen benötigt. In allen Wählergruppen ist laut Yougov eine Mehrheit dieser Ansicht: AfD 67 Prozent, CDU/CSU 57 Prozent, Die Linke 55 Prozent, Die Grünen 50 Prozent, SPD 49 Prozent.
Geringe Unterstützung für Reformpaket
Die Unterstützung für das Reformpaket der Bundesregierung ist der Umfrage zufolge gering. Nur jeder Zehnte (13 Prozent) ist der Meinung, dass das Reformpaket notwendig ist und Unterstützung verdient. 27 Prozent finden, dass die Reformen grundsätzlich notwendig sind, äußern aber Zweifel an der Umsetzung.
Fast die Hälfte der Bundesbürger (45 Prozent) ist der Meinung, dass die Reformen in die falsche Richtung gehen. 9 Prozent können die Reformen nach eigenen Angaben nicht beurteilen und 5 Prozent sind unentschieden beziehungsweise machen keine Angabe. Besonders AfD-Wähler (65 Prozent) und Linke-Wähler (64 Prozent) sehen das Reformpaket in die falsche Richtung gehen. Unter Wählern der Grünen (44 Prozent) und der SPD (40 Prozent) ist die Ablehnung geringer, unter Wählern von CDU/CSU (30 Prozent) glaubt knapp jeder Dritte, dass die Reformen in die falsche Richtung gehen.
Yougov hatte zwischen dem 10. und 13. Juli 2.230 Personen online befragt, an der „Sonntagsfrage“ hatten davon nur 1.827 Menschen teilgenommen.
