Ungeachtet der laufenden Ukraine-Gespräche in Genf bezweifelt der Ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, Andrij Melnyk, dass Russland in naher Zukunft zu einer Friedenslösung bereit ist. Der Diplomat sieht keinen „echten Willen des Kremls“, ein tragfähiges Abkommen zu schließen, und warnt vor endlosen Verhandlungen ohne Waffenruhe.
Skepsis gegenüber Verhandlungsbereitschaft Russlands
Der Ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, Andrij Melnyk, hält eine baldige Friedenslösung im Ukraine-Krieg trotz der Gespräche in Genf für unwahrscheinlich. „Ich persönlich bin sehr skeptisch“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich erkenne derzeit keinen echten Willen des Kremls, ein tragfähiges Abkommen auszuhandeln.“
Melnyk verwies darauf, dass Verhandlungen ohne vorherige Waffenruhe lange dauern könnten, ohne konkrete Fortschritte zu bringen. Solche Gespräche könnten sich endlos hinziehen, während „der tägliche Horror gegen die Ukraine weitergeht“, ergänzte der Diplomat, der zu Beginn der russischen Vollinvasion vor vier Jahren Botschafter in Deutschland war.
Fortsetzung der Gespräche in Genf
In Genf sollen am Mittwoch die zweitägigen Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA weitergehen. Vorherige Verhandlungsrunden in Abu Dhabi hatten keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Strittig ist unter anderem die Frage nach möglichen Gebietsabtretungen der Ukraine.
Unmittelbar vor Beginn der Genfer Gespräche äußerte Melnyk erneut Zweifel an den Zielen Russlands. „Russland nutzt die Verhandlungen vor allem, um im geopolitischen Spiel zu bleiben und die USA nicht zu verärgern“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zwar gebe es kleinere Fortschritte wie Gefangenenaustausche. Das sei ein Lichtblick für die Familien. „Aber ein politischer Durchbruch im Sinne eines für alle hinnehmbaren Verhandlungsergebnisses, das wirklich Bestand hätte, ist leider nicht in Sicht.“
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