Ein am Sonntag veröffentlichter Bericht von Handicap International zeigt, dass Menschen mit Behinderung in Syrien von Wiederaufbauprogrammen ausgeschlossen sind. Viele Krankenhäuser und Schulen sind nicht barrierefrei, die medizinische Versorgung ist stark eingeschränkt.
Gesundheitssystem und Minenopfer
Laut Bericht ist das syrische Gesundheitssystem stark beeinträchtigt. Nur 57 Prozent der Krankenhäuser sind voll funktionsfähig, und mehr als die Hälfte des Gesundheitspersonals hat das Land verlassen. Rehabilitationsspezialisten wie Physiotherapeuten und Prothesentechniker sind außerhalb der Großstädte kaum verfügbar. Zwischen Dezember 2024 und Mai 2026 wurden 2.288 Opfer durch Minen und Blindgänger registriert, darunter 808 Tote und 1.477 Verletzte. Besonders betroffen sind Kinder, die häufig Opfer von Explosivwaffen werden.
Auch im Bildungsbereich gibt es erhebliche Defizite. Nur 41 Prozent der untersuchten Schulen entsprechen den Mindeststandards für Barrierefreiheit. Lehrerfortbildungen zu inklusiver Bildung sind nicht vorhanden, und über 60 Prozent der schulpflichtigen Kinder mit schweren Behinderungen haben noch nie eine Schule besucht.