Die Eskalation im Iran-Krieg hat zu einem massiven Anstieg der Energiepreise geführt. Erstmals seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 überschritt der Ölpreis wieder die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent kletterte zeitweise auf bis zu 111 Dollar, wie die Tagesschau berichtet. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) erreichte ähnliche Höchststände. Seit Kriegsbeginn vor gut einer Woche hat sich der Ölpreis damit um rund 50 Prozent verteuert – ein Anstieg, der sich direkt auf die Spritpreise und die globale Wirtschaft auswirkt.
Krieg trifft auch Wirtschaft und Energie
Hauptgrund für die Preissprünge ist die Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Flüssiggas. Durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Doch seit den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran kommen kaum noch Schiffe durch, wie die Tagesschau darlegt. Experten wie der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman, warnen vor weiteren Steigerungen: Sollte der Konflikt anhalten, könnte der Ölpreis nachhaltig über 120 Dollar liegen – mit Risiken für eine globale Rezession.
Energiepreise und Wirtschaft geraten unter Druck
US-Präsident Donald Trump versuchte unterdessen, die steigenden Energiepreise als notwendigen „Preis für Sicherheit und Frieden“ zu rechtfertigen. Gleichzeitig kündigte er an, bestimmte Ölsanktionen auszusetzen, um die Märkte zu beruhigen. Konkret nannte er die Möglichkeit, russische Öllieferungen von Sanktionen freizustellen, wie Reuters-Insider berichten. Tatsächlich sanken die Ölpreise kurz nach Trumps Äußerungen von fast 120 Dollar auf rund 89 Dollar – ein Zeichen für die Nervosität der Märkte. Der Spiegel ergänzt, dass die USA zudem strategische Reserven freigeben könnten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Washington weist neue Vorwürfe zurück
Währenddessen verschärft sich die militärische Lage: Der Iran griff nach Angaben des Spiegels ein deutsches Feldlager in Jordanien mit Raketen an, das Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Zudem lehnt Teheran Verhandlungen über ein Kriegsende ab, solange das Land unter Beschuss stehe. Trump hingegen zeigte sich zuversichtlich und erklärte, der Konflikt werde „sehr bald“ enden – ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. Die USA hätten den Krieg „in vielerlei Hinsicht bereits gewonnen“, betonte er und verwies auf die Zerstörung großer Teile der iranischen Militärinfrastruktur.
Die USA halten sich Optionen offen
Die Folgen des Konflikts sind auch in Europa spürbar: Der Erdgaspreis an der Amsterdamer Börse stieg zeitweise um 30 Prozent auf fast 70 Euro pro Megawattstunde. Experten warnen vor Engpässen bei der Befüllung der Gasspeicher, sollte die Krise anhalten. Gleichzeitig zieht die Bundesregierung Konsequenzen: Wie der Spiegel meldet, wurde das Personal der deutschen Botschaften in Teheran und Bagdad aus Sicherheitsgründen evakuiert. Die USA unterstützen dabei die Ausreise der Diplomaten. Ob und wann eine Entspannung in Sicht ist, bleibt ungewiss.