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Startseite AktuellTrotz hoher Infektionszahlen in Osnabrück – Konzept der differenzierten Öffnung für Geschäfte und Museen kann starten
AktuellOsnabrück

Trotz hoher Infektionszahlen in Osnabrück – Konzept der differenzierten Öffnung für Geschäfte und Museen kann starten

von Lukas Brockfeld 19. März 2021
von Lukas Brockfeld 19. März 2021
HASEPOST Redaktion
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Bald soll das Museumszentrum wieder für Besucher öffnen.

Angesichts stark steigender Infektionszahlen erwägt die Stadt Osnabrück drakonische Maßnahmen wie eine nächtliche Ausgangssperre. Trotzdem sollen Geschäfte und Museen schon zum Monatsende unter Auflagen öffnen.

„Zwei von drei Infizierten glauben zu wissen wo sie sich ansteckten. Infektionen finden also kaum auf der Straße, sondern eher im beruflichen oder privaten Kontext statt“, sagt Katharina Pötter, Leiterin des Corona-Krisenstabes der Stadt Osnabrück. „Wir können also den Einzelhandel und Museen öffnen, auch wenn wir gleichzeitig strenge Maßnahmen wie eine Ausgangssperre verhängen.“ Die Stadt Osnabrück plant, in der Innenstadt mehrere Schnelltestzentren einzurichten. Kunden, die in der Innenstadt einkaufen wollen, können sich testen lassen, wenige Minuten auf das Ergebnis warten und mit einem negativen Ergebnis dann die Geschäfte betreten, die sich diesem Modellprojekt angeschlossen haben. Die Standorte dieser Schnelltestzentren sollen gut erreichbar sein. In den Geschäften gelten die üblichen Hygieneregeln. Auch das Tragen einer Maske gehört natürlich dazu. Der Test darf maximal 12 Stunden alt sein. Das Konzept wird vorerst nicht in anderen Bereichen wie der Gastronomie angewandt. Laut Katharina Pötter ist das Infektionsrisiko hier höher, da z.B. im Restaurant am Tisch keine Maske getragen wird. Wenn das Konzept gut funktioniert, sei aber eine Ausweitung denkbar.

Luca-App soll helfen

Bei der Öffnung sollen nicht nur Schnelltests, sondern auch Apps zur Kontaktverfolgung zum Einsatz kommen. Der Gesundheitsdienst hat die Voraussetzungen geschaffen, so dass die Luca-App umgehend einsatzbereit ist. Das heißt, die Unternehmen, Betriebe, Praxen etc. können sich eigenverantwortlich als Betreiber für den Einsatz der App entscheiden und diese einsetzen. Die Inbetriebnahme vor Ort ist nach Ankündigung der Entwickler innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Geeignete Informationen stehen auf der Homepage des Entwicklers bereit. Die Stadtverwaltung selbst hat verschiedene Handlungsfelder definiert, in denen der Einsatz der digitalen Kontaktnachverfolgung einen deutlichen Mehrwert bietet. Hierzu gehören die stärker frequentierten Dienststellen der Stadtverwaltung, die Kultur-, Jugend- und Freizeiteinrichtungen sowie auch die Schulen. Die Inbetriebnahme erfolgt nun mit Hochdruck nach und nach beginnend in der kommenden Woche. Ein konkreter Zeitplan wird derzeit erarbeitet.

Freude über Öffnungen

„Ich freue mich sehr darüber“, sagt Stadträtin Katharina Pötter „dass sich das Land unseren Überlegungen angeschlossen hat, die offensichtlich auch andere Kommunen in Niedersachsen angeregt haben, mit intelligenten Vorschlägen auf die besorgniserregende Entwicklung der Corona-Pandemie zu reagieren. Wir werden jetzt alles dafür tun, um zum Ende des Monats Geschäften die Möglichkeit zu geben, unter Auflagen wieder zu öffnen. Erfreut bin ich über ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, nach dem der Zoo schon jetzt wieder öffnen kann. Wir wissen, und die Statistiken bestätigen unsere Auffassung, dass die Geschäfte nicht zu den Treibern der Pandemie gehören. Das Gleiche gilt auch für die Museen der Stadt. Daher können wir in diesen Bereichen differenziert vorgehen auch, um zu verhindern, dass die Osnabrücker in die umliegenden Städte fahren, um dort einzukaufen. Wir schaffen so einen Anlass, um sich hier testen zu lassen, in der Stadt zu bleiben und das ist doch gut“, sagt Pötter. Soziale Kontakte müssten trotzdem weiterhin streng reglementiert bleiben. Insbesondere junge Menschen scheinen die Pandemie nicht mehr ganz so ernst zu nehmen: „Wir beobachten einen bemerkenswerten Anstieg insbesondere unter den Jüngeren“, so die Leiterin des Krisenstabs.

AstraZeneca wieder im Einsatz

In Osnabrück wird wieder der Corona-Impfstoff von AstraZeneca eingesetzt. Nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am Donnerstag bekanntgegeben hat, den Impfstoff weiterhin zu empfehlen, haben in Osnabrück bereits am heutigen Freitag die Impfungen mit diesem Vakzin wieder begonnen. 107 Menschen, vorwiegend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kitas, erhalten ihre Impfung am Freitag. Wegen des vorübergehenden Impfstopps unter der Woche arbeitet das Impfzentrum auch am Wochenende durch. So wurden für eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca für Samstag 132 und für Sonntag 150 Termine vergeben. Am Montag werden mit diesem Vakzin 420 Menschen geimpft.

Schnelltests auch in Schulen

Obwohl die britische Mutante vor allem bei jüngeren Menschen grassiert, hält die Stadt an offenen Kitas und Schulen fest. Auch hier sollen im großen Stil Schnelltests und Selbstschnelltests zum Einsatz kommen. Die entsprechenden Testkits wurden bereits bestellt und sollen in der kommenden Woche eintreffen. Idealerweise sollen Schüler und Lehrer so mehrmals in der Woche getestet werden. In Schulen im Stadtgebiet sind derzeit 88 Schülerinnen und Schüler und vier Lehrkräfte infiziert. Zahlen, wie viele dieser Personen derzeit überhaupt die Schulen für den Präsenzunterricht besuchen, liegen nicht vor. Es wird jedoch deutlich, dass die Fälle häufig nur eine geringe Anzahl an Quarantänefällen an den Schulen nach sich ziehen. Das lässt den Rückschluss zu, dass viele der Infizierten die Schule schon lange nicht mehr betreten haben und sich erstens außerhalb des schulischen Umfeldes angesteckt haben und zweitens innerhalb der Schulen niemanden angesteckt haben können. An Kitas gibt es derzeit insgesamt 35 Fälle.

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Lukas Brockfeld

Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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