HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Osnabrück
  • Region Osnabrück
  • Deutschland & die Welt
  • Kultur
  • Sport
  • Meinung & Kolumne
.
Ausrufezeichen im Aufstiegskampf: VfL Osnabrück schlägt RW Essen...
Klara Harhues präsentiert ihre Kunstwerke in Wallenhorst
Wie man sich in Osnabrück ab sofort über...
Wege in Ausbildung, Studium und Beruf: 4. beruf...
Der TV Bissendorf-Holte reist zum ASV Hamm-Westfalen
Unfall beim Ausweichen für Rettungswagen am Johannistorwall in...
Osnabrücker Studenten überzeugen in der Leichtathletik: Vier Starts...
Gute Nachricht des Tages: Oberschule Artland bildet neue...
Kinderschuhladen „Lotta & Emil“ an neuem Standort in...
Anschlag mit Buttersäure auf Berufsmesse in der Agentur...
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • ✨ KI-Selbstverpflichtung
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Osnabrück
  • Region Osnabrück
  • Deutschland & die Welt
  • Kultur
  • Sport
  • Meinung & Kolumne
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Osnabrück
  • Region Osnabrück
  • Deutschland & die Welt
  • Kultur
  • Sport
  • Meinung & Kolumne

© (1996) 2014 – 2026 osna.com GmbH
Impressum & Datenschutzerklärung.

Startseite AktuellTheaterstreit in Osnabrück geht weiter: 600 Menschen unterzeichnen offenen Brief
AktuellKulturOsnabrück

Theaterstreit in Osnabrück geht weiter: 600 Menschen unterzeichnen offenen Brief

von Dominik Lapp 6. Oktober 2025
von Dominik Lapp 6. Oktober 2025
Theater Osnabrück Symbolbild / Foto: Pukhovich
30

In Osnabrück sorgt die Absetzung des Theaterstücks „Ödipus Exzellenz“ weiterhin für Diskussionen. Rund 600 Personen haben jetzt einen offenen Brief unterzeichnet, der sich an Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, die Ratsfraktionen und den Stadtrat richtet. Die Unterzeichnenden fordern eine politische Aufarbeitung der Vorgänge am Theater Osnabrück und eine Debatte über die dortigen Machtverhältnisse.

Ein Stück über Missbrauch

„Ödipus Exzellenz“ sollte ein Theaterabend über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche werden – mit besonderem Blick auf das Bistum Osnabrück. Doch kurz vor der Premiere im August zog Intendant Ulrich Mokrusch den Stecker: Das Regieteam wurde entlassen, das Bühnenbild entsorgt, die Premiere abgesagt.

In der Pressemitteilung des Theaters wurden im vergangenen Juni als Grund „unüberbrückbare Differenzen in der Art der künstlerischen Umsetzung“ angeführt. Im offenen Brief ist jedoch die Rede davon, der Intendant habe das Osnabrücker „Publikum schützen“ wollen. Weiter heißt es: „Doch brauchen und wollen wir diesen Schutz?“ Die Unterzeichnenden sehen in der Absage nicht nur einen Angriff auf die Kunstfreiheit, sondern auch eine Missachtung der Betroffenen sexualisierter Gewalt. „Das Stück, welches das Schweigen brechen und zur jahrelang versäumten Aufarbeitung beitragen wollte, wurde nun selbst zum Schweigen gebracht und damit auch die Stimmen der Betroffenen“, schreiben sie.

Theater als demokratischer Ort – oder hierarchisches System?

Der offene Brief kritisiert scharf die Strukturen, die solche Entscheidungen möglich machen. Der Intendant verfüge über zu viel Macht, die Mitbestimmung der Mitarbeitenden sei zu gering. Zur Untermauerung zitieren die Verfasser den Theaterwissenschaftler Thomas Schmidt: „Struktur und Macht sind zwei prägende und miteinander verknüpfte Aspekte des deutschen Theaterbetriebes. Er beruht auf der streng hierarchischen Organisation von 1900 und hat seitdem strukturell kaum Veränderungen erfahren.“

Diese Hierarchie habe im Fall Osnabrück hautnah gezeigt, wohin sie führen könne: zu Konflikten, Enttäuschung und einem Vertrauensverlust in die Theaterleitung.

Diskussion vor dem Theater Osnabrück. / Foto: Dominik Lapp

Im August 2025 wurde vor dem Theater wegen der Absetzung debattiert. / Foto: Dominik Lapp

Forderung nach Demokratisierung und Debatte

Die Unterzeichnenden des offenen Briefes sehen nun die Politik in der Pflicht. Sie fordern, dass die Diskussion über Machtstrukturen und Kunstfreiheit auf städtischer Ebene fortgesetzt wird. Außerdem solle bei künftigen Entscheidungen über Intendanzen mehr Mitbestimmung ermöglicht werden.

„Eine Demokratisierung dieser Institution ist dringend notwendig“, heißt es im Brief. Ebenso müsse die Perspektive der Betroffenen sexualisierter Gewalt einbezogen werden. Die Absage des Stücks sei für viele ein schmerzhaftes Déjà-vu – ein erneutes Schweigen über Machtmissbrauch.

Reaktionen aus dem Theateraufsichtsrat

Der Aufsichtsrat des Theaters und die Stadt Osnabrück weisen die Vorwürfe in einer gemeinsamen Stellungnahme zurück. Brigitte Neumann, Heiko Schlatermund und Kulturdezernent Wolfgang Beckermann betonen: „Wir sehen in der Absetzung weder einen Skandal noch einen Eingriff in die Kunstfreiheit.“

Die Entscheidung des Intendanten sei „kein ungewöhnlicher Vorgang im Theaterbetrieb“ und auf Grundlage eines bestehenden Vertrags erfolgt. Man müsse, so die Vertreter des Aufsichtsrates, „darauf vertrauen, dass dieser Vertrag eingehalten und respektiert wird“.

Zudem verweisen sie darauf, dass Mitbestimmung am Theater Osnabrück durchaus gelebt werde: „Auch die Berufung von Intendant Ulrich Mokrusch beruhte auf einem transparenten und partizipativen Verfahren, an dem unter anderem Mitglieder der Ensembles mitgewirkt haben.“

Zwischen Aufarbeitung und Aufbruch

Während intern eine „Aufarbeitung“ laufe, appellieren die Briefunterzeichner an die Stadt, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen. Der Streit habe – nicht erst nach der hitzigen Debatte auf dem Theatervorplatz im August – überregionale Aufmerksamkeit erlangt und müsse nun zu einer grundsätzlichen Diskussion über Macht, Verantwortung und Kunstfreiheit führen.

0 Kommentare 0 FacebookTwitterPinterestEmail
Dominik Lapp

Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.

vorheriger Artikel
Stadt Osnabrück ehrt Para-Sportler für herausragende Leistungen
nächster Artikel
Merz’ Pflichtjahr stößt auf Widerstand bei Opposition und SoVD

das könnte Sie auch interessieren

Ausrufezeichen im Aufstiegskampf: VfL Osnabrück schlägt RW Essen...

21. Februar 2026

Klara Harhues präsentiert ihre Kunstwerke in Wallenhorst

21. Februar 2026

Wie man sich in Osnabrück ab sofort über...

21. Februar 2026

Wege in Ausbildung, Studium und Beruf: 4. beruf...

21. Februar 2026

Der TV Bissendorf-Holte reist zum ASV Hamm-Westfalen

20. Februar 2026

Unfall beim Ausweichen für Rettungswagen am Johannistorwall in...

20. Februar 2026

Osnabrücker Studenten überzeugen in der Leichtathletik: Vier Starts...

20. Februar 2026

Gute Nachricht des Tages: Oberschule Artland bildet neue...

20. Februar 2026

Kinderschuhladen „Lotta & Emil“ an neuem Standort in...

20. Februar 2026

Anschlag mit Buttersäure auf Berufsmesse in der Agentur...

20. Februar 2026


Aktuelle Artikel

  • SPD attackiert CDU-Beschluss gegen Lockerung der Schuldenbremse

    21. Februar 2026
  • Ausrufezeichen im Aufstiegskampf: VfL Osnabrück schlägt RW Essen mit 3:0

    21. Februar 2026
  • Bundesregierung verweigert umfassende Analyse digitaler Abhängigkeiten

    21. Februar 2026
  • Solidaritätsbeflaggung für Ukraine vorgezogen wegen Süssmuth-Trauerakt

    21. Februar 2026
  • Klingbeil: Supreme-Court-Zollurteil entspannt Handelskonflikt mit USA nicht

    21. Februar 2026


Impressum

  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram

© (1996) 2014 – 2026 osna.com GmbH   ·   Impressum & Datenschutzerklärung   ·   Made with ♡ in Osnabrück.   ·  Unsere Partnerportale:
OSNA.dating Partnersuche   ·   Hilfethemen für die US Einreise mit dem ESTA.  ·   www.kfz-versicherung-trotz-schufa.com  


zurück nach oben
HASEPOST ¦ Zeitung und aktuelle Nachrichten für Osnabrück
  • Home3 demos
  • Politics
  • Economy
  • Sport
  • Culture
  • Technology
  • Region Osnabrück+ Kreis ST
  • Seite 3