Bundesregierung will Inflation durch Iran-Krieg bremsen. Experten warnen vor Preisanstieg.
Die Bundesregierung bereitet sich auf steigende Lebensmittelpreise vor, die durch den anhaltenden Iran-Krieg verursacht werden könnten. Eine Taskforce von Union und SPD, die sich bereits mit den gestiegenen Spritpreisen beschäftigt hat, wird nun auch die Kosten für Lebensmittel in den Blick nehmen. Wie der Spiegel berichtet, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Esra Limbacher der Rheinischen Post, dass es immer offensichtlicher werde, dass der Krieg im Iran kein schnelles Ende finden wird. Über höhere Preise für Dünger und Transport drohten in der nächsten Stufe auch steigende Lebensmittelpreise. Daher werde die Taskforce in der kommenden Woche inflationsbremsende Maßnahmen beraten. Die steigenden Kosten für Energie, Dünger und Transport könnten sich auf die Lebensmittelpreise auswirken, wie Experten warnen.
Taskforce bekämpft Spritpreise mit neuen Regeln
Die Taskforce, die sich aus Vertretern von Union und SPD zusammensetzt, wird von den Fraktionsvizen für Wirtschaft und Energie, Sepp Müller (CDU) und Armand Zorn (SPD), geleitet. Die Arbeitsgruppe wurde als Reaktion auf den deutlichen Anstieg der Kosten für Sprit, Heizöl und Gas infolge der Sperrung der Straße von Hormus durch die iranische Revolutionsgarde ins Leben gerufen. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Spritpreise zu stabilisieren. So dürfen Tankstellenbetreiber künftig nur noch einmal am Tag die Benzinpreise anheben, während Preissenkungen erlaubt bleiben. Zudem müssen Ölkonzerne eine Preiserhöhung vorab begründen. Der Bundestag hat am Mittwoch zum ersten Mal über den Gesetzentwurf beraten.
Lebensmittelpreise steigen durch Energie- und Logistikkosten
Die Taskforce plant nun, ähnliche Maßnahmen für den Lebensmittelbereich zu prüfen. Wie die Tagesschau berichtet, rechnen Experten mit steigenden Preisen insbesondere bei energieintensiven Produkten wie Backwaren, Milchprodukten sowie verarbeiteten Lebensmitteln wie Tiefkühlkost oder Getränken. Auch Produkte mit langen Lieferwegen wie Fisch oder Obst könnten teurer werden. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) warnt, dass viele Produktionsprozesse wie Trocknen oder Backen auf Erdgas angewiesen sind. Steigende Ölpreise verteuerten außerdem Diesel- und Kraftstoffe und damit die Logistik. Die Ökonomin Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht die Lage bei Getreide, Mais, Soja und Reis besonders kritisch, da hier aufgrund hoher Düngemittelpreise Preissteigerungen wahrscheinlich sind.
Inflation droht durch Irankonflikt weiter zu steigen
Da Soja und Mais auch als Futtermittel verwendet werden, könnte auch Fleisch teurer werden. Die Zeit berichtet, dass die Politik handeln müsse, um die Bevölkerung vor steigenden Preisen zu schützen. Trotz bisher stabiler Supermarktpreise wird eine Zunahme der Inflation durch den Irankonflikt erwartet. Die Inflation lag im Februar bei 1,9 Prozent, also nahe der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Ökonomen erwarten jedoch, dass die Teuerung durch den Irankrieg zulegen wird. Die Taskforce wird in der kommenden Woche über mögliche Maßnahmen beraten, um die Inflation zu bremsen und die Lebensmittelpreise stabil zu halten.
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