Der jüngste Anstieg der Energiepreise könnte das Bauen in Deutschland erneut verteuern und eine beginnende Erholung der Baukonjunktur gefährden. Branchenvertreter sehen insbesondere steigende Kosten für Gas und Öl als Risiko für Baustoffpreise und Rohstoffversorgung. Zugleich verweisen sie auf diversifizierte Lieferketten seit dem Ukraine-Krieg, die unmittelbare Engpässe bei Baumaterialien vorerst unwahrscheinlich erscheinen lassen.
Steigende Energiepreise setzen Baustoffbranche unter Druck
„Steigende Energiepreise können auch die Baustoffpreise wieder unter Druck setzen“, sagte Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Baustoffverbands BBS, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgabe). Noch seien viele Unternehmen über langfristige Lieferverträge aber abgesichert. Entscheidend sei nun, wie lange das aktuelle Preisniveau bei Gas und Öl anhalte.
„Die Baukonjunktur zeigt gerade erst eine leichte Erholung nach dem massiven Einbruch der letzten Jahre“, fügte Frederichs hinzu. „Neue energiegetriebene Preissprünge könnten diese Stabilisierung schnell wieder gefährden.“ Ob es dazu komme, hänge jetzt von der Dauer des Konfliktes und den Folgen für die Energiemärkte ab.
Auswirkungen auf Rohstoffversorgung der Bauwirtschaft
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB, erklärte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, dass sich die Sperrung der Straße von Hormus „mittelbar auch auf die Rohstoffversorgung der Bauwirtschaft auswirken“ könne. Müller nannte als Beispiel die Asphaltproduktion, für die Bitumen benötigt wird.
Diversifizierte Lieferketten dämpfen unmittelbare Risiken
Die Lieferketten seien seit dem Ukraine-Krieg diversifizierter, erklärte Müller zugleich. Von unmittelbaren Einschränkungen bei der Materialverfügbarkeit gehe er deshalb nicht aus. „Nichtsdestotrotz können die derzeit zu beobachtenden, weltweiten Preissteigerungen beim Rohöl auch zu Kostensteigerungen hierzulande führen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
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