Die neue Klimaoase am Nikolaiort in der Osnabrücker Innenstadt soll an heißen Tagen für Abkühlung sorgen und zum Verweilen einladen. Doch ausgerechnet bei einem Thema, das für öffentliche Aufenthaltsorte immer wichtiger wird, gibt es nun Kritik: Eine Osnabrückerin, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, bemängelt die fehlende Barrierefreiheit der Anlage.
Rollstuhlfahrerin stößt auf Hindernis
Die Frau wandte sich nach ihrem Besuch der Klimaoase an unsere Redaktion. Sie schilderte, dass sie das Holzpodest aufgrund der Stufen nicht nutzen konnte. Aus ihrer Sicht stellt sich deshalb die Frage, ob das Thema Barrierefreiheit bei der Planung übersehen wurde, ob lediglich eine Rampe fehlt oder ob diese noch nachträglich installiert werden könnte. Denn ohne eine entsprechende Zugangsmöglichkeit seien nicht nur Rollstuhlfahrer ausgeschlossen, sondern auch Menschen mit Rollatoren oder Personen, die Stufen nur schwer bewältigen können.
Stadt: Barrierefreiheit war Teil der Planung
Auf Anfrage unserer Redaktion betont Stadtsprecher Simon Vonstein, dass das Thema Barrierefreiheit von Beginn an berücksichtigt worden sei: „Das Thema Barrierefreiheit wurde bei der Planung der Klimaoase von Anfang an mitgedacht. Aus diesem Grund gibt es Bankstandorte an allen vier Seiten des Holzpodestes. Ein Bankstandort (der in Richtung Schäffer) ist auch ohne Betreten des Holzdecks erreichbar. Wenn sich ein Mensch im Rollstuhl nun zusammen mit anderen Menschen an der Klimaoase aufhalten möchte, kann er dies in unmittelbarer Nähe zu seinen Begleitern, die auf einer der Bänke Platz nehmen, tun.“
Auch die eigentliche Attraktion der Anlage sei laut des Stadtsprechers für alle Besucher zugänglich. „Der Sprühnebel, der die Hauptattraktion der Klimaoase darstellt, ist zudem von sämtlichen Seiten erlebbar. Der Kühlungseffekt ist im Nahbereich der Nebeldüsen am stärksten erlebbar. Die Düsen vernebeln zudem auf unterschiedlichen Höhen.“
Platzmangel als Grund gegen eine Rampe
Warum dennoch keine Rampe vorgesehen wurde, begründet die Stadt mit den räumlichen Gegebenheiten auf dem Nikolaiort. „Aufgrund der auch für Menschen im Rollstuhl gegebenen Erlebbarkeit wurde auf eine Rampe verzichtet. Dies passiert auch vor dem Hintergrund der begrenzten Platzverhältnisse von insgesamt nur 36 Quadratmetern für die Klimaoase samt Podestfläche und Bepflanzung. Diese Begrenzung war wiederum aufgrund der räumlichen Gegebenheiten auf dem Nikolaiort erforderlich. Dabei werden Schleppkurven von Müll- und Rettungsfahrzeugen, Außengastronomie, Anlieferung, Fluchtwege etc. berücksichtigt“, so Vonstein.
Kommentare zu diesem Artikel:
Mehr Nachrichten aus der Region?
➡️ Alle aktuellen Artikel zu Osnabrück - Innenstadt finden Sie hier.
