Die Ratsfraktionen von SPD und Volt im Osnabrücker Stadtrat haben sich für die Ratsperiode 2026 bis 2031 auf eine gemeinsame Gruppe geeinigt. Beide wollen inhaltlich und personell eng zusammenarbeiten, wie die Fraktionen am Freitag (23. Oktober) mitteilten.
Der Gruppenbildung gingen nach Angaben der Fraktionen intensive Gespräche voraus. Dabei habe sich gezeigt, dass SPD und Volt viele politische Ziele teilen. Als gemeinsamen Anspruch nennen sie eine „sozial gerechte, klimatisch nachhaltige, progressive und weltoffene Politik für die Friedensstadt“.
„Wir wollen Osnabrück aktiv gestalten und die Themen voranbringen, die den Menschen im Alltag wirklich wichtig sind. Dazu gehören bezahlbares Wohnen, gute Bildung, eine funktionierende Mobilität und eine starke lokale Wirtschaft“, erklärt Robert Alferink, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion.
Volt will an fünf Jahre Ratsarbeit anknüpfen
Lisa-Marie Markmann, Vorsitzende der Volt-Ratsfraktion, sieht ihre Fraktion weiterhin als „konstruktive Kraft im Rat“. „Wir knüpfen dabei an fünf erfolgreiche Jahre gemeinsamer Ratsarbeit an und setzen auf einen Kurs, der ein zukunftsfähiges und attraktives Osnabrück vor Augen hat“, sagt Markmann.
Weitere Gesamtschule und beitragsfreie Bildung
In der Bildungspolitik wollen SPD und Volt nach eigenen Angaben eine beitragsfreie Bildung und eine weitere Gesamtschule für Osnabrück erreichen. Alferink nennt zudem Kinder- und Altersarmut, Wohnungslosigkeit und Einsamkeit als soziale Fragen, die stärker in den Mittelpunkt rücken sollen.
WiO soll auf 3.500 Wohnungen wachsen
Beide Partner wollen die kommunale Wohnungsgesellschaft WiO deutlich ausbauen. Bis 2040 soll sie nach dem Willen von SPD und Volt mindestens 3.500 Wohnungen im Bestand haben.
Grüne Finger und die 3-30-300-Regel
In der Stadtentwicklung will die Gruppe den Klimaschutz voranbringen und die Grünen Finger konsequent schützen. Als neuen Ansatz nennt sie die 3-30-300-Regel: Von jeder Wohnung aus sollen drei Bäume sichtbar sein, Baumkronen sollen 30 Prozent des Stadtteils bedecken, und die nächste größere Grünfläche soll höchstens 300 Meter entfernt liegen. Das soll Städte nach Darstellung der Gruppe lebenswerter machen und besser vor Hitze schützen.
Markmann verweist auf den Hitzesommer dieses Jahres. Er habe gezeigt, „dass es dringenden Handlungsbedarf unter anderem in den Bereichen Hitzeschutz und Stadtplanung gibt“. Osnabrück könne dabei von europäischen Nachbarn lernen, die sich an den Umgang mit Hitze angepasst hätten.