Beben der Stärke 7,4 trifft Westen Kolumbiens – Rettungskräfte suchen nach Überlebenden
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat am Montagmorgen den Westen Kolumbiens erschüttert. Nach aktuellen Angaben sind mindestens 132 Menschen ums Leben gekommen, wie der Verband der kolumbianischen Hauptstädte Asocapitales mitteilte. Die Zahl der Verletzten wird auf über 570 geschätzt, wobei die Behörden von einer weiteren Zunahme ausgehen. Besonders betroffen sind die Städte Pereira, Cali, Quibdó, Manizales und Armenia, wo zahlreiche Gebäude eingestürzt sind. Rettungskräfte und Anwohner durchsuchen die Trümmer nach Verschütteten, während die Regierung den landesweiten Notstand ausgerufen hat.
Rettungskräfte kämpfen mit unklaren Opferzahlen
Präsident Abelardo de la Espriella betonte, die Rettung von Menschen unter den Trümmern habe höchste Priorität. Die Regierung mobilisiere alle verfügbaren Ressourcen, wie er in einer Stellungnahme erklärte. Die Gouverneurin von Valle del Cauca, Dilian Francisca Toro, sprach allein in ihrer Region von mehr als 550 Verletzten, während andere Quellen wie der Spiegel von mindestens 111 Toten und 87 Verletzten berichteten. Die Unterschiede in den Zahlen deuten auf eine noch unübersichtliche Lage hin.
Epizentrum nahe San José del Palmar registriert
Das Epizentrum des Bebens lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó, in einer Tiefe von etwa 96 bis 107 Kilometern, wie der kolumbianische Geologische Dienst und die US-Erdbebenwarte USGS übereinstimmend angaben. Das Beben war bis in die Nachbarländer Venezuela, Ecuador und Panama zu spüren. In mehreren Städten wie Cali und Manizales stürzten Gebäude ein, darunter auch Teile der neugotischen Kathedrale in Manizales. In Bogotá wurden Gebäude evakuiert, wobei die Schäden dort vor allem Risse in Wänden umfassten.
Kommunikation zusammengebrochen Hilfsmaßnahmen stocken
Die Stromversorgung sowie Telefon- und Kommunikationsverbindungen sind in vielen Regionen beeinträchtigt. Sechs kleinere Flughäfen, darunter in Pereira, Manizales und Quibdó, haben den Flugverkehr vorerst eingestellt. Die USA kündigten Unterstützung in Höhe von 15,5 Millionen Dollar für Notunterkünfte und Hilfsmaßnahmen an. Auch El Salvador, Mexiko und Chile boten Kolumbien Hilfe an.