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Startseite Deutschland & die WeltRusslands Botschafter übt Kritik an Europa: Kalter Krieg sei zurück
Deutschland & die Welt

Russlands Botschafter übt Kritik an Europa: Kalter Krieg sei zurück

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 8. Mai 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 8. Mai 2025
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Russlands Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, sieht den Kalten Krieg in einer neuen, verschärften Form zurückgekehrt. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kritisiert er zudem die aktuelle Erinnerungskultur an das Ende des Zweiten Weltkriegs und äußert sich zur Haltung Russlands im Ukraine-Krieg sowie zur europäischen Sicherheitsordnung.

 

Kalter Krieg laut Netschajew wieder Realität

Sergej Netschajew, russischer Botschafter in Deutschland, hat in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ betont, dass der Kalte Krieg längst zurückgekehrt sei. „Einen Kalten Krieg haben wir bereits wieder, sogar in einer schärferen Form“, sagte Netschajew der Zeitung (Donnerstagausgabe). Während sich in den 70er-Jahren ein politischer Dialog und wirtschaftliche Zusammenarbeit entwickelt hätten, sei heute „alles praktisch auf null gesetzt“. Dies sei laut dem Botschafter nicht auf russische Initiative geschehen.

Kritik an deutscher Erinnerungskultur

Anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsendes in Europa übte Sergej Netschajew Kritik an der deutschen Erinnerungskultur. „Manchmal wird verschwiegen, dass die entscheidende Rolle in diesem Krieg die Rote Armee gespielt hat“, sagte der 71-Jährige der NOZ. Seine eigene Ausladung vom Gedenken im Bundestag kommentierte Netschajew mit den Worten: „Einen Tag der Befreiung ohne Befreier zu feiern, ist mindestens merkwürdig.“ In Russland sei die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg „lebendig“ und „heilig“, schließlich hätten 27 Millionen Sowjetbürger ihr Leben verloren: „Das können und werden wir nicht vergessen.“

Trotzdem habe Russland „dem Versöhnungsprozess nach dem Krieg den Weg geebnet“, erklärte der Botschafter weiter: „Wir haben gegenseitig über den Kriegsgräbern die Hände ausgestreckt und den ehemaligen Feinden eine gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit vorgeschlagen. Wir haben die Wiedervereinigung ermöglicht. Wir haben keine einzige Brücke mit Deutschland verbrannt.“

Position Russlands im Ukraine-Krieg und zur europäischen Ordnung

Zum Krieg in der Ukraine wies Sergej Netschajew erneut die Bezeichnung „Angriffskrieg“ für das russische Vorgehen zurück. „Wir haben diesen Krieg nicht angefangen – wir haben auf das Sicherheitsrisiko und auf die Unterdrückung und Terror gegen die russischsprachige Bevölkerung der ostukrainischen Regionen reagiert“, sagte er der NOZ. Befürchtungen, dass Russland mit dieser Begründung auch andere Länder angreifen könnte, wies der Botschafter zurück: „Wir haben gesagt, dass wir keinen Konflikt mit den Nato-Ländern anstreben. Wir würden einen Krieg dann führen, wenn wir angegriffen werden.“

Auch die in Osteuropa bis heute anhaltenden Ängste vor dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 bezeichnete Netschajew als unbegründet. Dies sei damals ein „erzwungener Schritt“ gewesen, um „unsere Sicherheitsinteressen irgendwie zu garantieren und den Krieg, der ja schon an der Schwelle unseres Landes stand, ein bisschen zu verzögern“. Zudem habe Polen nach dem Krieg „so viele Territorien bekommen, dass die Polen das kaum zu beklagen haben“.

Eine künftige europäische Friedensordnung ohne oder gegen Russland hält Netschajew für „praktisch kaum möglich“ und plädiert für eine „eurasische Friedensordnung“, deren Konstruktion noch erarbeitet werden müsse. „Europa grenzen wir damit nicht aus“, sagte der Botschafter: „Aber wie es früher war, geht es wohl nicht mehr.“

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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