Die Grünen-Politikerin Claudia Roth weist Vorwürfe zurück, sie relativisiere in der Debatte um Israel die deutsche Schuld. Ihre früheren Aussagen zum Gaza-Krieg hatte sie als Fehler bezeichnet. Kritik kommt von Parteikollegen und dem Zentralrat der Juden.
Roth weist Unterstellungen zurück
Claudia Roth hat Vorwürfe entschieden zurückgewiesen, sie relativiere in der Israel-Debatte die deutsche Schuld. "Die Unterstellungen gegen mich sind absolut inakzeptabel", sagte die Grünen-Politikerin dem "Stern". "Die Aufarbeitung der Verbrechen der deutschen Geschichte und die immerwährende Verantwortung, die daraus erwächst, sind schon mein ganzes politisches Leben lang eines meiner wichtigsten Anliegen. Das war immer so, und das bleibt auch so. Ich widerspreche jeglicher anderslautenden Interpretation meiner Worte deutlich."
Zuvor hatte Roth eigene Äußerungen aus ihrer Zeit als Kulturstaatsministerin zum Krieg in Gaza als Fehler eingestanden. Sie begründete dies mit "unfassbarem Druck vom Zentralrat". Freunde hätten sie gefragt, wann sie sich endlich von "der Schuld der Geschichte" befreie. Roth betonte gegenüber dem "Stern", sie habe sich diese Aussagen "nicht zu eigen gemacht", sondern lediglich zitiert.
Scharfe Kritik von Parteikollegen und Zentralrat
Roths Parteikollege Volker Beck, Präsident der deutsch-israelischen Gesellschaft, übte scharfe Kritik. “Die Muster ihrer Sentenzen entsprechen klassischer deutscher Schuldabwehr”, schrieb Beck in einer Stellungnahme.
Auch der Zentralrat der Juden äußerte sich ablehnend. Aus dessen Umfeld hieß es, Roth sei "im Kampf gegen die politische Bedeutungslosigkeit anscheinend jedes Mittel recht". Dies umfasse sogar "die Erfindung einer jüdischen Verschwörung". Zudem wurde gefordert, die Politikerin solle in den Ruhestand gehen.