Die geplante Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp Steel in Duisburg verzögert sich um zwei Jahre. Statt 2026 soll die Produktion von klimafreundlichem Stahl nun 2029 starten. Die EU-Kommission und das Unternehmen begründen dies mit Verzögerungen in der Engineeringphase und dem innovativen Charakter des Projekts.
Ursachen der Verzögerung
Die Direktreduktionsanlage (DRA) von Thyssenkrupp Steel in Duisburg soll erst 2029 den Betrieb aufnehmen. Ursprünglich war eine Eröffnung für das kommende Jahr vorgesehen. Laut dem Unternehmen liegt die Verzögerung vor allem in der Engineeringphase begründet. Die EU-Kommission führt die Bauverzögerungen auf den innovativen Charakter des Projekts zurück, das mit zwei Milliarden Euro gefördert wird.
Der Generalunternehmer SMS Group erklärte, bei Großprojekten seien Anpassungen des Zeitplans nicht ungewöhnlich. Thyssenkrupp Steel bestätigte, dass mögliche Maßnahmen zur Beschleunigung geprüft werden. Die Kosten des Projekts sollen sich durch die Verzögerung nicht erhöhen.
Konkurrenz um grünen Stahl
Durch die Verschiebung könnte die Salzgitter AG voraussichtlich das erste Unternehmen in Deutschland werden, das grünen Stahl produziert. Deren Anlage in Niedersachsen soll bereits 2026 in Betrieb gehen. Thyssenkrupp Steel nannte kein konkretes Datum für die Aufnahme der Produktion in Duisburg, betonte jedoch, dass das Projekt weiterhin verfolgt werde.
Die Verzögerung ändert nichts an der Förderzusage der EU über zwei Milliarden Euro, die Thyssenkrupp 2023 erhalten hatte. Der Baustart der Anlage erfolgte im Februar 2024.