Größter Krypto-Diebstahl der Geschichte – Nordkorea im Verdacht
Die weltweit größte Kryptobörse Binance ist Opfer eines mutmaßlichen Hackerangriffs geworden, bei dem Digitalwährungen im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar gestohlen wurden. Wie der Spiegel und ZDFheute berichten, könnte es sich um den größten Krypto-Diebstahl der Geschichte handeln. Binance bestätigte, dass Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt wurden, um die betroffenen Vermögenswerte zu sichern und die Systeme zu überprüfen. Das Unternehmen versicherte, alle Verluste der Nutzer ersetzen zu wollen und arbeite mit Partnern aus Strafverfolgung und Branche zusammen, um die gestohlenen Gelder zurückzuverfolgen. Bisher seien etwa drei Milliarden Dollar ausfindig gemacht und teilweise eingefroren worden, so Binance-Mitbegründerin Yi He. Der Stablecoin-Emittent Tether und das Unternehmen Circle sperrten ebenfalls Vermögenswerte im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar, wie beide Quellen übereinstimmend melden.
Nordkoreanische Hacker hinter Binance-Diebstahl
Ersten Ermittlungen zufolge begann der Angriff möglicherweise mit dem gehackten Laptop eines Ingenieurs, der den Angreifern Zugang zu einem System von Binance verschaffte. Innerhalb von 20 Minuten sollen die Milliardenwerte abgezogen worden sein, wie der Spiegel unter Berufung auf die Analysefirma TRM Labs berichtet. Diese schätzt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit nordkoreanische Hacker der Gruppe TraderTraitor hinter dem Angriff stecken. Die diplomatischen Vertretungen Nordkoreas in Genf und Peking reagierten zunächst nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters, wie ZDFheute mitteilt.
Krypto-Märkte stürzen nach Hack-Einbruch ab
Die Märkte reagierten umgehend auf den Vorfall. Der Bitcoin-Kurs fiel um mehr als drei Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 76.368 US-Dollar, während der Ether um über drei Prozent auf ein Zwei-Monatstief von 2.178 US-Dollar sank. Auch der BNB-Token von Binance verlor fünf Prozent an Wert, wie beide Medien berichten. Experten wie Tim Sun von der HashKey Group in Hongkong warnen vor weitreichenden Folgen für die Branche. Der Vorfall könnte die Risikobereitschaft von Anlegern dämpfen und die Sicherheit zentralisierter Börsen infrage stellen, so Sun.
Binance verspricht Sicherheit – Verbraucher bleiben
Während Binance betont, die Gelder der Nutzer seien sicher, warnen Verbraucherschützer wie Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW vor den Risiken von Kryptoanlagen. Im Gegensatz zu Banken gebe es für Kryptobörsen keine staatliche Einlagensicherung, wie der WDR berichtet. Medienwissenschaftler Sebastian Gießmann von der Uni Siegen zweifelt an, ob die Versprechen von Binance, alle Verluste auszugleichen, langfristig haltbar sind. Die Analysefirma TRM Labs stuft den Angriff als den größten in der Geschichte von Kryptobörsen ein – noch größer als der Diebstahl von 1,5 Milliarden Dollar bei Bybit Anfang 2025, der ebenfalls nordkoreanischen Hackern zugeschrieben wurde.