Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will Biogas in großem Umfang auch aus der Ukraine importieren und setzt beim Heizungsgesetz auf mehr Technologieoffenheit. Sie verteidigt die geplanten Regelungen gegen Kritik und verweist auf Investitionsanreize für moderne Heizsysteme, die sowohl Eigentümer als auch Mieter entlasten sollen.
Pläne für Biogasimporte aus der Ukraine
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will künftig verstärkt auf Biogas aus dem Ausland setzen. "Biomethan ist verfügbar, wird hierzulande produziert und schon jetzt im Markt vertrieben", sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Wo eine Nachfrage sei, werde sich ein Markt bilden.
"Die Ukraine zum Beispiel bietet uns Biogas in großen Mengen an. Wir haben hier noch regulatorische Herausforderungen auf Seiten der Ukraine und der EU. Aber wenn diese gelöst sind, können wir mit signifikanten Biomethanimporten rechnen", erklärte Reiche den Zeitungen der Funke-Mediengruppe weiter.
Verteidigung des neuen Heizungsgesetzes
Reiche wies die anhaltende Kritik am neuen Heizungsgesetz zurück. "Wir wollen die Verbraucher zu einer Investitionsentscheidung ermuntern, indem wir ihnen die Angst vor Überforderung nehmen und ihnen beim Umstieg auf ein modernes Heizungssystem helfen", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "In vielen Fällen werden sich die Verbraucher für eine Wärmepumpe entscheiden. Dort, wo das nicht möglich ist, können auch neue Gasthermen zum Einsatz kommen." Auch dadurch werde ihrer Ansicht nach CO2 gespart.
Ein Modell für die Beimischung sogenannter "grüner Gase" werde bis zum Sommer entwickelt, so Reiche laut Funke-Mediengruppe. Zuvor hatte Schwarz-Rot mitgeteilt, dass bis Ostern das Kabinett den Gesetzentwurf für das Heizungsgesetz verabschieden soll. Geplant ist, dass das Gesetz am 1. Juli in Kraft tritt.
Auswirkungen auf Kosten und Heizungswahl
Auf die Frage, welche Mehrkosten auf Eigentümer und Mieter zukommen, sagte Reiche den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Die Vertragsgestaltung ist individuell. Es gibt heute schon viele Produkte am Markt."
Der Emissionshandel sorge dafür, dass fossile Brennstoffe verteuert würden. "Die Wärmepumpe wird in vielen Fällen die richtige Lösung sein. Aber: Wir greifen nicht mehr in den Heizungskeller ein und überlassen die Entscheidung wieder den Hausbesitzern und Vermietern", sagte sie der Funke-Mediengruppe. "Damit kommen auch andere, für die individuelle Situation vielleicht besser passende Optionen wie moderne Gasheizungen, Hybridsysteme oder Pelletheizungen in Frage."
Auf die Nachfrage, wie sie Mieter vor überhöhten Nebenkosten schütze, entgegnete die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, für die Mieter sei es am schlimmsten und am teuersten, wenn kein Heizungstausch stattfinde. "Dann laufen alte Geräte mit hohen Gas- bzw. Ölverbräuchen. Das kann nicht in unserem Interesse sein."
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