Nach Kritik an einer gemeinsamen Abstimmung der Linken mit der AfD im Thüringer Landtag hat Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow das Vorgehen seiner Partei verteidigt. Ramelow spricht von einer „Zufallsmehrheit“ und macht das Fehlen von Abgeordneten der Regierungsparteien für das Zustandekommen der Mehrheit verantwortlich.
Ramelow weist Vorwürfe zurück
Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow hat nach dem Bekanntwerden einer gemeinsamen Abstimmung der Linken mit der AfD im Thüringer Landtag Kritik an seiner Partei zurückgewiesen. „Nur, weil die AfD so perfide taktiert, ihr Abstimmungsverhalten zu verändern, sägen wir doch nicht unseren eigenen Antrag ab“, sagte Ramelow dem „Spiegel“. „Wir werden uns von denen aber nicht diktieren lassen, wie wir Parlamentsarbeit machen“, sagte er laut „Spiegel“.
Ramelow bezieht sich auf einen Antrag der Thüringer Linksfraktion, bei dem es um Sportstätten-Förderung ging. Dieser hatte vergangene Woche mit Stimmen der von Björn Höcke angeführten AfD eine Mehrheit erhalten. Der Linken wird nun vorgeworfen, die Brandmauer-Maßstäbe nicht einzuhalten, die sie bei anderen Parteien anlegt.
Linke spricht von „Zufallsmehrheit“
Die Linke bezeichnet ihre Abstimmung mit der AfD in Thüringen als „Zufallsmehrheit“. Ramelow macht das Fehlen von Abgeordneten der Regierungsparteien CDU, SPD und BSW verantwortlich. „Als Ministerpräsident musste ich zehn Jahre lang darauf achten, dass meine Regierungsstimmen beisammen sind“, sagte er dem „Spiegel“.
Die CDU hätte aus Ramelows Sicht dafür Sorge tragen müssen, dass das Stimmverhältnis im Landtag gewahrt ist. So habe auch er es in seiner Amtszeit gehandhabt. „Aber dazu müsste die CDU natürlich über ihren Schatten springen und mit der Linken verhandeln“, sagte er dem „Spiegel“.
Politische Laufbahn Ramelows
Ramelow war von 2014 bis 2024 mit kurzer Unterbrechung Ministerpräsident in Thüringen, in seiner zweiten Amtszeit ohne eigene Regierungsmehrheit. Seit vergangenem Jahr sitzt Ramelow für die Linke im Bundestag.
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