Einheimische demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum und weniger Touristen
Auf Mallorca haben erneut Einheimische gegen die Folgen des Massentourismus protestiert. Rund 1.000 Demonstranten versammelten sich in Palma, um mit einer Sitzkette aus Stühlen von der Plaza de España bis zum Regierungssitz auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, wie der Nordkurier und die General-Anzeiger berichten. Die Teilnehmer hielten selbst gemalte Transparente mit Aufschriften wie „Your paradise, our hell“ oder „Waiting line for a rent in Palma“ hoch. Die Proteste richteten sich nicht gegen Urlauber selbst, sondern gegen die Auswirkungen des Massentourismus, insbesondere steigende Mieten und knappen Wohnraum.
Umweltverbände protestieren gegen Massentourismus
Die illegale Ferienvermietung wird als einer der Gründe für die Verschärfung der Situation genannt. Für die Demonstration zeichneten die Umweltverbände GOB und Terraferida verantwortlich. Die Initiative „Menys Turisme, més vida“, die sonst Zehntausende mobilisiert, war diesmal nicht beteiligt.
Balearen planen 8.000 neue Wohnungen bis 2028
Erst Ende Juli hatten rund 25.000 Menschen auf der Insel gegen den Tourismus demonstriert. Die Balearen-Regierung hat nach Angaben der Inselzeitung bereits Maßnahmen ergriffen, um die Wohnungskrise zu mildern. So sollen in den nächsten Jahren über 8.000 neue Wohnungen entstehen, davon 4.000 mit sozialer Bindung.
Sozialwohnungen auf den Balearen verdoppelt
Zudem wurden bereits 1.213 Sozialwohnungen gebaut, was einer Steigerung von 50 Prozent entspricht. Auch die Umwandlung von Gewerberäumen in Wohnraum und die Bekämpfung illegaler Ferienvermietung gehören zu den Maßnahmen. Die Demonstranten forderten jedoch weitere Schritte, um den Druck auf den Wohnungsmarkt zu verringern.