Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die weitere Umsetzung des bundesweiten Alkoholverbots an Bahnhöfen. Ehrenvorsitzender Detlef Neuß sieht aber noch Erklärungsbedarf bei Bahnhofskneipen und zweifelt die Durchsetzbarkeit bei Großveranstaltungen an.
Kritik an Widersprüchen und Durchsetzbarkeit
In vielen Bahnhöfen gebe es Lokale, in denen Alkohol konsumiert werden darf, sagte Neuß der „Rheinischen Post“. „In der Kneipe darf man so viel trinken, wie man will, davor nicht einmal ein Radler.“ Diesen Widerspruch müsse die Bahn noch erklären.
Grundsätzlich sei ein Alkoholverbot sinnvoll, da Alkoholkonsum extreme Situationen und Streit in Zügen verstärke, so Neuß. „Im Einzelfall wird das hilfreich sein, bei großen Gruppen wirkt ein solches Verbot eher begrenzt“. Zudem habe die Bahn keinen Einfluss darauf, „ob die Leute bereits angetrunken kommen“.
Umsetzung an vier weiteren Stationen
Vor wenigen Wochen hatte die Deutsche Bahn das bundesweite Alkoholkonsumverbot an allen Bahnhöfen angekündigt. Am Dienstag beginnt die Umsetzung an den Stationen Berliner Hauptbahnhof, Berlin-Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig.