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Startseite OsnabrückPolizeiliche Kriminalitätsstatistik für die Stadt Osnabrück: Niedrigste Kriminalitätszahlen der letzten 30 Jahre
OsnabrückPolizei

Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für die Stadt Osnabrück: Niedrigste Kriminalitätszahlen der letzten 30 Jahre

von Lukas Brockfeld 22. April 2021
von Lukas Brockfeld 22. April 2021
Osnabrück. / Foto: Polizei (Symbolbild)
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Die Polizei (Symbolbild)

Die Zahl der Straftaten in der Stadt Osnabrück ist erneut zurückgegangen. Die Kriminalitätsstatistik der Polizei Osnabrück verzeichnet die niedrigsten Zahlen seit 30 Jahren. Auch die Gewaltkriminalität hat deutlich abgenommen.

„Die objektiv erhobenen Kriminalitätszahlen sind die niedrigsten der letzten 30 Jahren. Nicht nur die Zahl der registrierten Straftaten ist gesunken, auch die Wahrscheinlichkeit, in der Stadt direkt von Kriminalität betroffen zu sein,“ sagt Andrea Menke, Leiterin der Polizeiinspektion Osnabrück. 2020 erfasste die Polizei 15.902 Straftaten in der Stadt Osnabrück, die niedrigste Quote der letzten 30 Jahre. 57,53% der registrierten Straftaten konnten aufgeklärt werden. Die niedrige Kriminalitätsrate deckt sich nicht mit der subjektiven Wahrnehmung vieler Menschen. Oliver Voges, Leiter Zentraler Kriminaldienst bei der Polizeiinspektion Osnabrück, sagt dazu: „Wir wissen, dass das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung oftmals leider nicht mit den objektiv erhobenen Zahlen übereinstimmt. Doch die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, sank auf den niedrigsten Wert seit mindestens 10 Jahren. Es ist uns als Polizei weiterhin ein großes Anliegen, neben den objektiven Zahlen auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen in unserer Region zu stärken.“

Erfolgreiche Bekämpfung von Einbrüchen

Große Erfolge vermeldet die Polizei bei der Einbruchsbekämpfung. Seit 2015 ist es gelungen, die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Stadt Osnabrück um mehr als 65%, von 453 auf 150 Taten, zu senken. Oliver Voges ist zufrieden: „Wohnungseinbrüche gehören zu den Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der Menschen nachhaltig negativ beeinflussen können. Rund zwei Drittel weniger Taten als noch 2015, ein beachtlicher Erfolg. Die Stadt Osnabrück ist für Einbrecher deutlich unattraktiver geworden. Intensive Ermittlungsarbeit und gute Präventionsangebote haben daran ihren großen Anteil.“

Deutlich weniger Gewalt – auch wegen Corona

Die Zahl der registrierten Körperverletzungen ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 20,8 Prozent gesunken, insgesamt wurden 1.344 Taten erfasst. Häufig kommt es unter Alkoholeinfluss zu Gewalttaten. Die pandemiebedingte Stilllegung des Nachtlebens dürfte eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung sein. Die Zahl der Gewalttaten gegen Polizeibeamte hat dagegen deutlich zugenommen. Beim Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte gab es in der Stadt Osnabrück eine Steigerung um 34,2%, von 105 auf 141 Taten. Für Andrea Menke ist diese Entwicklung nicht akzeptabel: „Gewalt gegen Helferinnen und Helfer, die sich für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft einsetzen, ist in höchstem Maße unmoralisch und verwerflich. Ich wünsche mir, dass sich unsere Gesellschaft mit aller Kraft gegen diese Entwicklung einsetzt.“

Phänomen „Verbreitung pornografischer Schriften“

Im Deliktfeld „Verbreitung pornografischer Schriften“ ist es zu einem erneuten Anstieg gekommen. Vor allem Kinder und Jugendliche, die von sich selbst Nacktbilder anfertigen und diese verschicken, sind dabei ein Problem, denn auch hierbei handelt es sich um strafbare Handlungen. Seit Ende 2020 arbeiten daher in Osnabrück die Jugendgerichtshilfe, die Staatsanwaltschaft und die Polizei in dem „Haus des Jugendrechts“ zusammen. Die räumliche Nähe unter einem Dach führt dazu, dass strafrechtliche und erzieherische Maßnahmen im Jugendbereich noch schneller und besser umgesetzt werden können. Andrea Menke sieht auch die Eltern in der Verantwortung: „Neben den Schulen und Präventionsträgern sind an dieser Stelle die Eltern besonders gefordert, die Medienkompetenz ihrer Kinder an die rasant wachsende Zahl von sozialen Netzwerken und Messengerdiensten anzupassen. Mein Appell: Machen Sie sich selbst mit dem Thema vertraut. Interessieren Sie sich für das Verhalten und die Inhalte, mit denen Ihre Kinder in den sozialen Netzwerken konfrontiert sind. Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch und nutzen Sie die Präventionsangebote Ihrer Polizei.“

Corona verändert Kriminalität

2020 stellte die Corona-Pandemie das Leben in Osnabrück auf den Kopf. Das macht sich auch bei der Kriminalität bemerkbar. Vor allem Betrugsdelikte im Internet haben deutlich zugenommen, beispielsweise wurden immer mehr falsche Onlineshops aufgedeckt. Auch das Problem der häuslichen Gewalt ist um 7,44% im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. 2020 wurden 534 Fälle registriert, 2019 waren es noch 497. Leider muss hier eine hohe Dunkelziffer angenommen werden, Opferhilfeeinrichtungen registrierten einen erheblichen Zuwachs der Hilfesuchenden. Die Polizei rät dringend dazu, Fälle von häuslicher Gewalt zur Anzeige zu bringen. Andrea Menke sieht die Osnabrücker Polizei trotz allem auf einem guten Weg: „Das Jahr 2020 war geprägt von der Corona-Pandemie. Die Alltagsroutinen der Bürgerinnen und Bürger wandelten sich, das öffentliche Leben nahm spürbar ab. Diese Veränderungen spiegeln sich auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik wider. Sanken die Fallzahlen in einigen Deliktsbereichen spürbar, so stiegen sie an anderer Stelle leider an. Als Polizei arbeiten wir mit einem stetigen Wandel der Kriminalitätsphänomene. Es entstehen neue Kriminalitätsformen und die Komplexität unserer Arbeit nimmt zu. Die langjährigen Trends aber zeigen, wir sind insgesamt auf einem guten Weg.„

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Lukas Brockfeld

Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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