Polizei stoppt Demo in Berlin, in Frankfurt kommt es zu Plünderungen.
In Berlin hat die Polizei am Samstagabend eine Demonstration der Initiative „Gen Z hat genug!“ vorzeitig gestoppt. Grund dafür seien unter anderem Würfe von Steinen, Eiern und Flaschen auf Einsatzkräfte sowie das Abbrennen von Pyrotechnik, wie die Polizeisprecherin Julia Scholz dem rbb berichtete. Mehrere Beamte wurden leicht verletzt, eine Straßenbahn wurde beschmiert. Die Demonstration, an der rund 3.500 Menschen teilnahmen, sollte ursprünglich bis zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee führen, wurde jedoch kurz vor der Diesterwegstraße in Prenzlauer Berg beendet. Die Stimmung sei von Anfang an angespannt gewesen, so die Sprecherin. Viele Teilnehmer seien dunkel gekleidet und vermummt aufgetaucht, ein schwarzer Block habe sich am Rosenthaler Platz gebildet. Die Organisatoren der friedlichen Nachmittagskundgebung am Brandenburger Tor hatten sich zuvor von der abendlichen Demo distanziert und zur Gewaltfreiheit aufgerufen. Dort hatten nach Polizeiangaben rund 5.000 Menschen teilgenommen, die Veranstalter sprachen von 11.000 Teilnehmern.
Frankfurt: Randale mit Molotowcocktails und Plünderungen
In Frankfurt eskalierte die Lage am Abend deutlich. Randalierer zerschlugen Schaufensterscheiben, plünderten Geschäfte und warfen Molotowcocktails, Steine und Flaschen auf die Polizei, wie die Welt und der Tagesspiegel berichten. Die Polizei sperrte die Einkaufsstraße Zeil vollständig ab und setzte Wasserwerfer ein. Ein Waffenladen wurde angegriffen, zwei Waffen sichergestellt. Mehrere Festnahmen gab es, darunter auch bei einem Angriff auf ein WELT-Reporterteam. Die Frankfurter Polizei bestätigte, dass es zu tumultartigen Szenen und Plünderungen kam. Ein hessischer Innenminister sprach von rund 100 linksextremistischen Gewalttätern, die sich unter die Demonstranten gemischt hätten. An den Gen-Z-Protesten in Frankfurt nahmen rund 8.000 Menschen teil.
Ausschreitungen in Hamburg Köln Stuttgart und Bonn
Auch in anderen Städten kam es zu Ausschreitungen. In Hamburg wurden Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beworfen, in Köln setzte die Polizei Wasserwerfer ein. In Stuttgart stoppte die Polizei den Aufzug mehrmals, nachdem Demonstranten von der Route abwichen und Pyrotechnik zündeten. Zwei Polizisten wurden durch Würfe verletzt. In Bonn erlitt ein Beamter ein Knalltrauma durch gezündete Pyrotechnik. In Frankreich eskalierte die Lage ebenfalls: In Paris und weiteren Städten kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen, mehr als 290 Menschen wurden festgenommen. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein, nachdem Maskierte Pflastersteine und Brandsätze warfen.