Die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP NRW) rechnet mit einem baldigen Start der Castortransporte von Jülich nach Ahaus und sieht die Polizei organisatorisch vorbereitet. Gleichzeitig bewerten GdP und NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den Einsatz als unerwünscht, aber unvermeidbar, während mit einem großen Polizeiaufgebot und möglichem Widerstand von Castorgegnern gerechnet wird.
GdP NRW erwartet baldigen Beginn der Castortransporte
Die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP NRW) richtet sich darauf ein, dass die Castortransporte von Jülich nach Ahaus unmittelbar bevorstehen. „Dass der Starttermin für den ersten Transport jetzt nicht mehr Wochen entfernt in der Zukunft liegt – das ist allen Beteiligten klar“, sagte Patrick Schlüter, Landeschef der GdP NRW, der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe).
Ein mitbestimmtes Strahlenschutz- und Arbeitssicherheitskonzept liege im Polizeipräsidium Münster vor. Die dort festgelegten Regelungen gingen deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. „Deswegen sind wir als GdP NRW damit zufrieden – auch wenn wir diesen Einsatz natürlich weiter für unnötig halten“, erklärte Schlüter der „Rheinischen Post“.
Innenminister Reul: „Arbeit der Polizei ist kein Wunschkonzert“
Ähnlich äußerte sich NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). „Wenn es nach mir ginge, könnte ich auf die anstehenden Castortransporte gerne verzichten. Aber die Arbeit der Polizei ist kein Wunschkonzert. Wir können uns die Einsätze nicht aussuchen“, sagte der Minister der „Rheinischen Post“.
Der Schutz von Castortransporten sei eine große Herausforderung. Doch die Polizei habe die notwendige Erfahrung und das Potenzial, um solche Einsätze effizient und sicher durchzuführen – auch mit Demonstrationen, die ebenfalls geschützt werden. „Die Polizei wird ihre Arbeit erledigen und diesen Einsatz professionell durchführen. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der Transport sicher vonstattengeht. Nicht mehr und nicht weniger“, so Reul gegenüber der „Rheinischen Post“.
Unklare Protestlage und großes Polizeiaufgebot
Die Frage, inwieweit es massive Gegenwehr geben wird, bezeichnete GdP-Landeschef Schlüter als Black Box. „Klar ist: Es wäre der Super-Gau, wenn es Castorgegnern gelänge, den Transport unterwegs zu stoppen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Man wisse um die Radikalität derjenigen, die in Lützerath aktiv waren. „Wir wissen auch, dass die Szene sehr schnell mobilisieren kann. Die Polizei hat ein Auge drauf, beobachtet sehr genau“, so Schlüter.
Schlüter bezeichnete es als richtig, hier erst einmal „mit großem Besteck“ loszulegen. „Wir als GdP rechnen mit Größenordnungen von 3.500 bis zu 4.500 Einsatzkräften. Zum Vergleich: Bei einem Derby von Dortmund gegen Schalke oder Mönchengladbach gegen Köln sind üblicherweise 2500 bis 3000 Beamte im Einsatz“, sagte er der „Rheinischen Post“.
✨ mit KI bearbeitet